Großeltern : Wie erklärt man Kindern, dass Oma einen Liebling hat?

Nur das eine Kind wird von ihr abgeholt. Nur mit ihr verbringt sie Wochenenden und unternimmt Ausflüge - die anderen Kinder lässt Oma links liegen. /Westend61/dpa
Nur das eine Kind wird von ihr abgeholt. Nur mit ihr verbringt sie Wochenenden und unternimmt Ausflüge - die anderen Kinder lässt Oma links liegen. /Westend61/dpa

Es sollte nicht sein, und dennoch passiert es: Obwohl es zwei oder drei Kinder in der Familie gibt, hat Oma einen Lieblingsenkel. Und sie zeigt das auch ganz deutlich.

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11. Oktober 2019, 05:37 Uhr

Nur das eine Kind wird von ihr abgeholt. Nur mit ihm verbringt sie Wochenenden und unternimmt Ausflüge - und es wird auch reicher beschenkt. Die anderen Kinder lässt Oma links liegen.

Am Anfang nimmt man der Großmutter noch ab, dass sie lieber mit ihrem ersten Enkel Unternehmungen macht, weil sie «es mit Kleineren nicht so hat». Doch auch die werden größer, und es ändert sich nichts. Wie erklären Eltern denen die Ungerechtigkeit?

«Wenn man mit der Oma spricht und sie versteht es einfach nicht, sollten die Eltern mit dem Kind reden», sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) . Er würde dem Kind sagen: «Im Moment ist es leider so, dass Oma Unterschiede macht. Das liegt nicht an dir. Da läuft was bei der Oma schief.»

Manchmal gäbe es das auch bei Eltern, die mal eine Zeit lang das eine Kind lieber mögen, dann wieder das andere. «Meistens ist es so, dass es schwankt», weiß der Erziehungsberater aus der täglichen Praxis.

In Gesprächen mit der Oma empfiehlt Ritzer-Sachs, immer mal wieder einen Vorstoß zu wagen, um ihr Herz zu erweichen. Man könne sie fragen, ob es nicht doch etwas gebe, was sie auch mit dem anderen Enkel machen könne: «Dabei nicht Vorwürfe erheben, sondern unter dem Motto: Lass uns mal einen Plan schmieden». Dazu sollte man immer wieder darauf hinweisen: «Auch das andere Kind hat dich gern».

Manchmal findet die Oma vielleicht wirklich einen Enkel sympathischer, aber deshalb sollte sie den anderen nicht leiden lassen. Wichtig wäre, die Gründe herauszufinden. Oft seien die den Großeltern selbst nicht klar. «Das könnten alle Beteiligten aber zusammen in einer Erziehungsberatungsstelle herausfinden», rät der Experte.

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