Erziehungs-Tipp : Wenn Eltern das Tattoo bei ihrem Kind ablehnen

Sollten Eltern ihren jugendlichen Kindern ein lang ersehntes Tattoo erlauben, auch wenn sie es selbst nicht befürworten?  
Sollten Eltern ihren jugendlichen Kindern ein lang ersehntes Tattoo erlauben, auch wenn sie es selbst nicht befürworten?  

Für den Jugendlichen ist das Tattoo ein lange gehegter Wunsch, für die Eltern eine unverständliche Marotte. Sollten sie die Körpermodifikation dennoch gestatten?

svz.de von
03. Mai 2019, 05:07 Uhr

Das Kind möchte unbedingt ein bestimmtes Tattoo oder mit einem Riesen-Loch im Ohr herumlaufen - den sogenannten Tunnel. Manche Eltern empfinden das als Verschandelung. Sollten sie es trotzdem erlauben?

«Das ist eine Frage der Reife des Kindes», sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung . Es gebe 16-Jährige, die bereits genau wissen was sie tun - und welche, die es nicht wissen.

Bringen Jugendliche gute Argumente vor und ein gefestigtes Auftreten, zeigen sie eine gewisse Reife. Möglich sei das etwa mit Zuverlässigkeit, mit Hilfsbereitschaft im Haushalt, mit einem festen Freundeskreis. Oder indem man nicht über die Stränge schlägt oder schon genau weiß, was man mal werden will.

Andererseits müssen auch die Eltern eine Entscheidung fällen und zu der Haltung stehen. Wenn es dann zur Auseinandersetzung kommt, müsse man sie führen. «Dabei sollten Eltern mitbedenken, ob es sich bei dem Wunsch um eine fixe Idee handelt oder das Kind es seit sechs Monaten zum Dauerthema macht», so Ritzer-Sachs.

Man könne auch etwas auf Zeit spielen und mehr Informationen verlangen - etwa darüber, ob die Ohren später auch wieder zuwachsen. Falls nicht, könnte es bei einem «Nein» bleiben. «Wenn doch, könne man sagen: «Darüber muss ich erst nachdenken»», rät der Erziehungsexperte. Und er stellt klar: «Die Jugend hat nun mal andere Vorstellungen vom Leben und das ist immer anstrengend.»

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