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Nicht nur nach Fehlern suchen : Schreckgespenst Mathe: Lernende Kinder begleiten

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Probleme bei Mathe-Aufgaben sind keine Seltenheit - das Niveau von Deutschlands Grundschülern ist in den vergangenen Jahren gesunken. Positives Feedback hilft Kindern, den Formel-Frust zu überwinden.

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 16:43 Uhr

Mit Mathematik haben viele Grundschüler ihre Probleme. Eltern können den Zahlen und Formeln aber etwas von ihrem Schrecken nehmen, indem sie ihr Kind bei den Hausaufgaben sinnvoll begleiten. Wichtig ist dabei vor allem, nicht nur nach Fehlern zu suchen und diese zu korrigieren.

Denn negatives Feedback frustriert nur, erklärt Lerncoach Hanna Hardeland. «Stattdessen brauchen Kinder positives, individuelles Feedback. Da sind die Eltern gefragt, weil ein Lehrer das bei 28 Schülern in einer Klasse ja gar nicht so leisten kann.»

Eltern sollten also vor allem loben - für das, was Kinder schon können. Oder vielleicht dafür, dass sie sich länger konzentriert mit einer Aufgabe beschäftigt haben. Fehlerkorrektur ist dagegen weniger wichtig. Entscheidend sei gerade bei Mathe-Aufgaben das «Wie» und nicht das «Was kommt raus?», so die Expertin. «Wir reden zu viel über den Stoff und die Ergebnisse, und nicht über den Weg - das ist für die Lernmotivation aber eigentlich das Entscheidende.»

Viele Eltern können sich bei diesem Thema gut in ihre Kinder hineinversetzen, weil sie selbst in Mathe keine Leuchten waren. Das den Kindern zu erzählen, kann allerdings nach hinten losgehen. «Ein "Das konnte ich auch nie" demotiviert Kinder eher», warnt Hardeland. «Das wird dann schnell zur selbsterfüllenden Prophezeiung: "Wenn es meine Mutter schon nicht konnte, kann ich das auch nicht."» Stattdessen sollten Eltern eher sagen: «Das kann knifflig sein, lass uns da mal zusammen draufgucken und gemeinsam versuchen, das zu verstehen.»

In Mathematik landeten in ganz Deutschland 15,4 Prozent der Viertklässler unter dem Mindeststandard. Schlechter lagen Bremen (35,4), Berlin (27,6), Nordrhein-Westfalen (19,2) und Hamburg (21,2 Prozent). Besser ab schnitten Bayern (8,3), Sachsen (8,8), Sachsen-Anhalt (12,1) und Thüringen (12,6 Prozent). Das geht aus der Studie IQB-Bildungstrends hervor, die die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin veröffentlichte.

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