Schulweg üben : Lasst das Elterntaxi stehen

Andrea Leirich von der Landesverkehrswacht gibt Tipps, wie man den Schulweg üben sollte

svz.de von
28. Juni 2018, 12:00 Uhr

Die Schultasche ist gekauft. Auch die Bücher, Hefte und Materialien sind besorgt. Bevor ein Kind in die Schule kommt, steht noch eine wichtige Aufgabe an: den Schulweg kennenlernen.

Wie lange und wie oft der Schulweg im Vorhinein geübt werden sollte, dafür gibt es laut Andrea Leirich keine pauschale Antwort. „Das kommt ja ganz auf die Länge und Schwere des Weges an. Und darauf, wie gut sich mein Kind schon im Straßenverkehr auskennt“, sagt die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht. Für sie sei der Juni ein guter Zeitpunkt, um mit dem Üben zu beginnen. „Dann ist noch ausreichend Zeit, dass das Kind den Weg kennenlernt.“

 

Vorher, so Andrea Leirich, sollte man sich genau überlegen, welche Route zur Schule die sicherste sei. „Das ist nicht immer die kürzeste!“ Mittlerweile gäbe es Schulen, die sogenannte Schulwegpläne herausgeben. Darin sind die sichersten Strecken zur Schule sowie besondere Gefahrenquellen vermerkt. „Es lohnt sich auf jeden Fall, in der betreffenden Schule nach einem Schulwegplan zu fragen“, rät Leirich den Eltern.

In MV besteht laut der Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht die Sondersituation, dass aufgrund langer Wege nahezu die Hälfte aller Kinder mit dem Bus in die Schule fahren müssen. Insbesondere auf dem Land kann das für Schüler sehr gefährlich sein. Nämlich dann, wenn die Bushaltestelle nur durch eine Straße außerorts zu erreichen ist – hier fahren die Autos mit sehr viel höheren Geschwindigkeiten als innerorts. Deshalb müssen Kinder besonders für diese Gefahr sensibilisiert werden.

Von Elterntaxis als Alternative hält die Fachfrau in den meisten Fällen nichts. „Das ist die gefährlichste Variante“, sagt sie. Die Mitfahrt im Auto birgt insbesondere für jüngere Kinder das größte Risiko. Das bestätigt auch die Statistik. 2016 sind bei Verkehrsunfällen im Land 103 Sechs- und Siebenjährige verletzt worden – 51 davon als Mitfahrer in einem Auto, 21 während sie zu Fuß unterwegs waren. Leirich warnt: „Eine Sitzerhöhung ohne Rückenlehne bietet Erstklässlern im Auto keinen ausreichenden Schutz!“ Außerdem sollten Eltern auch bei Grundschülern nach dem Anschnallen noch den Gurtlauf überprüfen

Falls es keine Alternative zum Mama-Papa-Taxi gibt oder man morgens einfach mal spät dran ist, schlägt Leirich vor, das Kind etwas entfernt an einer sicheren Stelle aussteigen zu lassen. Morgens ist in der Nähe der Schule meist sehr viel los. Um den Verkehr nicht noch weiter zu verstopfen, sollte man sich auch unbeding an eingerichtete Hol- und Bringzonen halten. „Sonst gefährdet man womöglich auch andere Kinder, die zu Fuß kommen.“

Die Expertin findet vor allem, dass es für Grundschüler in jedem Fall eine sehr positive Erfahrung ist, wenn sie es alleine zur Schule schaffen. „Der Schulweg ist für Kinder ein riesengroßes Erlebnis!“

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