Gesunde Snacks : Oliven-Muffin statt Butterbrot

Muffins des Unternehmens La Lorraine mit den jeweiligen Zutaten Oliven, Spinat und Tomaten
Muffins des Unternehmens La Lorraine mit den jeweiligen Zutaten Oliven, Spinat und Tomaten

Kleiner, praktischer und gesünder: Welche neuen Ansprüche und Herausforderungen an Snacks gestellt werden

svz.de von
29. März 2016, 15:51 Uhr

Für Zukunftsforscherin Karin Tischer steht fest: „More healthy“ und „More fresh“ sind die Snack-Trends 2016. Auf deutsch: Das Essen zum Mitnehmen wird gesünder und frischer. „Unsere Ansprüche an die schnellen Mahlzeiten werden immer anspruchsvoller – und wir konsumieren immer mehr davon.“ Den Grund für diese Entwicklungen sieht die Trendforscherin und Unternehmensberaterin im sozialen Wandel hin zu mehr Mobilität und Flexibilität. Veränderte Ernährungsbedürfnisse seien die Folge, erklärt Tischer. Gegessen werde zunehmend, wann und wo es gerade passt, so die studierte Ernährungswissenschaftlerin. Diese Beobachtung ist nicht ganz neu. Innovativ sind allerdings die vielfältigen Konzepte, die sich rund um den „Snack 2.0“ ranken.

Wo vor zwei Jahren noch das klassische Butterbrot seine Auferstehung feierte, steht nun eine ganze Branche in den Startlöchern, um das Essen zum Mitnehmen so praktisch und schmackhaft wie möglich zu machen. Der Gesundheitsaspekt steht dabei immer weiter oben auf der Agenda der Snack-Produzenten. Es sind längst nicht mehr nur kleine und hippe Gastronomien, die sich der neuen Snack-Kultur verschreiben. Immer mehr ist auch die Lebensmittelindustrie darauf bedacht, diesen Markt gewinnbringend für sich zu nutzen.

Der belgische Backwarenproduzent „La Lorraine“ ist schon mit von der Partie: Die tiefgekühlten Brot-Backlinge des Unternehmens seien durch die Verwendung des vollen Getreidekorns besonders ballaststoffreich und gesund, erklärt der Verkaufsleiter Neuentwicklungen Philip Beeckmanns. Die kleinen Snacks der Firma sollen vor allem eins: gesund aussehen. Mit „vergessenen Gemüsen“, wie der Belgier Rote Bete und Fenchel nennt, wertet die Firma den Teig ihrer herzhaften Muffins auf. Doch tummelt sich auch auffallend viel Süßes in der Auslage, wie Berliner und Küchlein im Miniformat. Besonders wichtig sei bei gesunden wie ungesunden Snacks die Verpackung: „Der Konsument muss sofort sehen, was drin ist“, betont Beeckmanns.

Verpackung ist auch das Stichwort des jungen, erst Anfang 2016 gegründeten, Unternehmens „PackBio“. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, der Müllflut durch Einwegverpackungen entgegenzusteuern. Mit Kaffeebechern aus Pflanzenresten und Schalen aus heruntergefallenen Palmblättern will das Bremer Unternehmen den ökologisch orientierten Konsumenten überzeugen. Neben Coffeeshops sei auch die Betriebsgastronomie mit ihren Kantinen ein wichtiger Kunde, erklärt Geschäftsführer Dirk Burmeister. Angestellte nähmen sich das Mittagessen öfter mit nach draußen oder an den Arbeitsplatz.

„Zum Mitnehmen“ ist das täglich Brot der Bäcker. Doch was spätestens 2016 klar ist: „Bäckereien mutieren immer mehr zu Bistros“, erklärt Henning Körner von der Hamburger Bäckerinnung. Ob Pasta oder Aufläufe – der moderne Filialist backt längst nicht mehr nur Brote. Deshalb muss auch das Interieur der Läden immer weiter angepasst werden.

Zuständig hierfür ist André Hermes vom Ladenbau „Jäckstein“ aus Oststeinbek. „Bäckereien brauchen immer gemütlichere und ansprechendere Einrichtungen“, erklärt Hermes. Dazu gehören gemütliche Sitzecken und Zubereitungsstationen für die warmen Gerichte.

Für das Jahr 2016 bleibt festzuhalten: „Snacking – und vor allem das Gesunde – ist eine Riesenbewegung, die uns noch lange umtreiben wird“, sagt Karin Tischer.

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