Max is(s)t gesund

svz.de von
09. September 2015, 10:34 Uhr

Wer meine Kolumnen und damit meinen Geschmack ein wenig kennt, weiß, dass ich kein Kostverächter bin. In jeder Hinsicht. Vor allem auch dann, wenn es sich um handfeste, gut gewürzte Kost handelt. Was nicht heißt, dass ich die Devise „Genieße Gemüse“ grundsätzlich ablehne. Aber es muss ja nun nicht streng vegetarisch sein. In diesem Sinne darf Essen getrost auch kulinarische Sünde sein. Essen kann, wie Zarah Leander oder Manne Krug singen, schließlich keine Sünde sein. „Auch, wenn es so wär', wär's mit egal, lieber will ich essen mal, als ohne Sünde sein...“
Auf der Suche nach vertretbaren Sünden kam ich mit Küchenchef Stefan Weber vom Parkhotel Klüschenberg in Plau am See ins Gespräch. Der hat mich für eine wunderbare Kürbis-Zucchini-Lasagne mit Ziegenkäse begeistert. Obwohl das Thema Käse noch Gegenstand einer eigenständigen Kolumne sein wird. Ich überlege noch, ob ich die unter das Thema „Max is(s)t stinkig...“ stellen soll...
Zurück zum gesunden Gemüse-Rezept. Dazu nimmt man etwa 600 g Hokkaido-Kürbis, Der wird gewaschen, halbiert, das Kerngehäuse entfernt und das Kürbisfleisch ungeschält gewürfelt. Außerdem werden zwei Zwiebeln und 300 g Zucchini ebenfalls gewürfelt. Das alles wird mit Olivenöl in einer Pfanne angebraten und mit Salz, Chiliflocken und gehacktem Thymian gewürzt. Dann werden 500 g klein geschnittene Tomaten samt 150 g Hühnerbrühe etwa 8 bis 10 Minuten geschmort und mit 600 ml Bechamel sowie 70 g Ziegenkäse zu einer pikanten Soße verarbeitet.
Danach werden in einer Auflaufform abwechselnd insgesamt 200 g Lasagneblätter, die Kürbismasse und die Bechamel geschichtet. Dann geht's, nochmals mit der gleichen Menge Ziegenkäse bestreut, rein in den auf 180 Grad vorgeheizten Ofen und das Ganze wird auf der mittleren Schiene bis zu 35 Minuten (Sichtkontakt empfehlenswert) gebacken. Wer geschmacklich mutig ist, kann noch mit weiteren Gewürzen experimentieren. Versuch macht kluch. Auf jeden Fall ist heiß servieren Pflicht.
Wem das noch zu gesund is(s)t, der kann die Lasagne natürlich auch mit einer etwas bissfesteren, genussvollen Beilage kombinieren. Ich denke dabei beispielsweise an mit getrockneten Tomaten zubereitete und mit Schinken ummantelte Hackbällchen. Auch ein Schweine-Medaillon tut's. Dazu ebenfalls Schinken und Senf als pikante Zugabe. À propos gesund ernähren: Bei wem die Lasagne als Dickmacher verpönt ist, geht auch eine Variante mit gefüllten Zucchini. Die ist ziemlich schmackhaft. Es sei denn, die „Beilage“ fehlt nicht. Dazu würfelt man je 150 g Hokkaido-Kürbis und roten Paprika sowie 100 g Fenchel und schwitzt das mit etwas Olivenöl farblos an, gießt es mit 150 ml Hühnerbrühe auf, lässt alles kurz köcheln und bringt es mit 100 g Couscous sowie 40 g Butter zusammen. Zwei mittlere Zucchini werden aufgeschnitten und mit einem Teelöffel ausgehöhlt. Nun werden die Zucchini blanchiert, abgetropft und auf ein gebuttertes Blech gestellt. Die Couscous-Masse wird in die Zucchini gefüllt und mit 100 g zerbröselten Ziegenkäse bestreut. Dann wird das Ganze nach Gusto im Ofen erwärmt und am besten mit einer Tomatensauce serviert. Ein Löffel Kräuter-Schmand oder -Quark dazu kann auch nicht schaden. Dazu die „Beilage“, ein Baguette und ein guter Wein. Fertig ist die Sünde. Und nicht umsonst kann man ja auch mit Popstar Madonna argumentieren, die das Thema so sieht: „Eine Versuchung ist dazu da, um ihr nachzugeben.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen