Kolumne : Max is(s)t fröhlich…

Wie heißt es so treffend: „Alle Jahre wieder…“ Gemeint ist natürlich die Weihnachtszeit, die bekanntlich auch von Gaumenfreuden unterschiedlichster Art geprägt ist, wie zum Beispiel von Bratäpfeln.

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25. November 2015, 00:00 Uhr

Wie heißt es so treffend: „Alle Jahre wieder…“ Gemeint ist natürlich die Weihnachtszeit, die bekanntlich auch von Gaumenfreuden unterschiedlichster Art geprägt ist. Eine „vorfreudige“ Idee für einen kleinen Leckerbissen wäre doch ein deftig gefüllter Bratapfel mit Meerrettichwirsing. Den bereitet man so zu: Eine Scheibe Toastbrot wird in kleine Würfel geschnitten, die mit einem Esslöffel Butter bei mittlerer Hitze hell angebraten werden. Inzwischen kann der Backofen auf 200 Grad vorgeheizt werden.
Für die Füllung vermengt man etwa 150 Gramm Brät mit zwei Esslöffeln Sahne, den abgetropften Brotwürfeln, 80 Gramm klein gewürfeltem Kochschinken samt einem Esslöffel fein gehackter Petersilie. Die Masse kommt schließlich in einen Spritzbeutel mit einer Lochtülle. Für das Brät verwende ich konsequenterweise den Inhalt einer würzigen Original Thüringer Bratwurst. Unter dem geht nichts. Aber beim Metzger Ihres Vertrauens können Sie sicher auch andere Brätvarianten erfragen und kaufen.

Die vier nicht zu großen Äpfel werden gut gewaschen und trocken gerieben, jeweils der Deckel abgeschnitten und das Kerngehäuse großzügig ausgestochen. Da hinein kommt das Brät. Deckel drauf. Fertig sind die Bratäpfel. In eine gute mit Butter eingefettete ofenfeste Form gießt man nun etwa 100 Milliliter Apfelsaft und 150 Milliliter Gemüsebrühe. Diesem Sud werden noch zwei Streifen Zitronenschale, Zimt, ein paar dünne Scheiben Knoblauch, einige Wacholderbeeren, Lorbeerblatt, Pfefferkörner und Petersilienblätter hinzugegeben. Die Äpfel kommen in die Form, alles wird mit Alufolie abgedeckt, in den Ofen geschoben und dann auf der mittleren Schiene etwa 40 Minuten gegart.
Vom Wirsing werden circa 800 Gramm verarbeitet. Dazu schneidet man die Blattrippen aus dem Kohl, der einige Minuten ins kochende Salzwasser kommt und sodann bissfest blanchiert wird. Nachdem die Blätter gut abgetropft und ausgedrückt sind, werden sie in Rauten geschnitten und mit 200 Gramm Sahne in einer Pfanne erhitzt. Dazu kommen etwa je drei Esslöffel Sahnemeerrettich (der muss bei mir aus dem Spreewald stammen) und Butter, Chilisalz und frisch geriebene Muskatnuss. Der warme Wirsing wird nun auf tiefe Teller verteilt und mit je einem Bratapfel gekrönt. Das Ganze kann man pur, aber auch mit einem ofenfrischen Baguette essen. Sieht gut aus, schmeckt köstlich und stimmt auf die „fröhliche Zeit“ ein. Wenn dazu noch, je nach Geschmack, ein guter Tropfen kredenzt wird, ist der Genuss perfekt und ein anregendes Gespräch rasch im Gang.
Hinsichtlich der Füllung für den Apfel kann man natürlich die kulinarischen Pferde galoppieren lassen. Dafür kann ich mir etwa Blutwurst ebenso vorstellen wie Käse, eine raffinierte Gemüsemischung, Pilze oder sogar eine Variation mit kleinen Meeresfrüchten. Und wie fast immer kann man auch bei solchen Gerichten seine gewürztechnische Fantasie voll ausreizen. Ähnliche Dinge habe ich schon des Öfteren zubereitet. Das hier vorgestellte Rezept ist aber nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern Michaela Baur zu verdanken, die in ihrem Buch „Echt Winterküche“ (ZS Verlag) hundert sehr schmackhafte Gerichte vorstellt, die man gar trefflich nachkochen, aber auch nach eigenem Geschmack weiterentwickeln kann. Ganz zu schweigen davon, dass man an den langen Abenden viel Vergnügen beim Lesen diverser Kochbücher hat. Die machen Appetit und nehmen oft auch die Qual der Wahl eines Geschenkes für das Fest ab.

Autor: Michael H. Max Ragwitz

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