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Essen und Trinken

16. Dezember 2017 | 12:11 Uhr

Kolumne : Max is(s)t eisig…

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Michael H. Max Ragwitz holt sich den Sommer kulinarisch ins Haus.

von
erstellt am 01.Aug.2017 | 09:23 Uhr

Angesichts der aktuellen Wetterlage möchte man meinen, der Sommer findet dieses Jahr an einem Freitag zwischen 12 und 15 Uhr statt. Warm ist es ja mitunter ganz gut. Aber oft auch etwas nass von oben. Warum also sollte man sich den Sommer nicht ins Haus holen und seine Erfrischung selbst zubereiten. Ich empfehle ein Himbeersoda mit marinierten Himbeeren und Zitronensorbet. Das bekommt man mit etwas Geduld ganz gut hin und es versüßt einen verregneten Sommertag. Das Rezept ist für sechs Personen gedacht. Macht aber nichts, wenn Sie nur zu zweit sind. Dann kann man das geschmackliche Erlebnis entweder verlängern oder wiederholen.
Für das Soda werden ein Pfund Himbeeren mit zwei Teelöffeln Zucker und dem Abrieb einer Zitrone mit etwas Wasser langsam aufgekocht. Das Ganze wird püriert und durch ein Sieb gestrichen. Dann werden zwei Blatt Gelatine in der Himbeermasse aufgelöst. Die wurden in kaltem Wasser fünf Minuten eingeweicht und ausgedrückt. Alles rein in einen Siphon, gut verdichten und mindestens drei Stunden kalt stellen. Das war schon mal keine große Hürde. Dem stehen die marinierten Himbeeren in nichts nach. Dazu braucht man nur 150 Gramm Himbeeren mit einem „Doppelten“ Himbeergeist und einem gehäuften Teelöffel Staubzucker vermischen und eine halbe Stunde ziehen lassen.
Auch das Zitronensorbet ist machbar. Nehmen Sie dazu den Abrieb und Saft von fünf Zitronen und vermischen das Ganze mit knapp einem halben Liter Wasser und gut 200 Gramm Zucker. Dazu kommen vier Blatt aufgelöste Gelatine, die mit drei Teelöffeln der Sorbetmasse erwärmt wurden. Gut mischen, im Kühlschrank zwei Stunden auskühlen lassen und dann in der Eismaschine gefrieren lassen. Aha, werden Sie sagen, das ist der Knackpunkt. Macht nichts. Ein Sprichwort sagt, dass der Fachmann weiß, wann er pfuschen kann. Pfiffigen Rat, wie man die Eismaschine umgehen kann, hat mir Christian Reuner gegeben. Der ist Inhaber und Koch in einem Gasthof im brandenburgischen Glashütte unweit von Schwerin. Ja, Sie haben richtig gelesen: Dieses Schwerin liegt an der A 13 in malerischer Seenlage.
Reuner lacht und meint, das Zitronensorbet kann man locker auch ohne Eismaschine zubereiten: Zitronensaft, Wasser und Zucker zu gleichen Teilen aufkochen und kalt stellen. Dann zur Bindung auf einen halber Liter Masse ein Eiweiß zu Schnee aufschlagen, unterheben, einfrieren und fertig. Gewusst wie, heißt die Devise. Als Zusatztipp empfiehlt der Koch, das Sorbet ohne Eismaschine nur mit Zitrusfrüchten oder solchen mit viel Säure wie etwa Johannisbeeren zuzubereiten, weil sonst die Bindung zu klumpig wird. Der Rest ist Gestaltungssache. Soll heißen, richten Sie das Ganze attraktiv an und verspüren Sie einen Hauch Sommer, wenn die Regentropfen an das Fenster oder auf das Terrassendach klopfen.
Apropos Sommer: Rudi Carrell sang einst, dass an dem Schietwetter nur die SPD schuld sein könne. Ob das wohl heute noch stimmt? Der Schulz bewegt doch schon sonst nicht viel. Warum soll er also so gut schlechtes Wetter machen können? Scherz am Rande.

Aber auch nicht jede „Mutti“ kann gutes Eis zubereiten oder die Sonne herbeizaubern. Das muss auch mal gesagt werden.

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