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Kunststoff im Schokoriegel : Mars-Rückruf: Supermärkte helfen

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Lidl und Aldi nehmen betroffene Süßigkeiten auch ohne Kassenbon zurück. Wichtige Fragen zum Lebensmittelrückruf im Überblick

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Kunden können bei der gigantischen Rückrufaktion des Schokoriegel-Fabrikanten Mars mit der Hilfe vieler Supermärkte rechnen. Mehrere Einzelhändler kündigten gestern an, Käufer dürften die betroffenen Produkte in den Läden zurückgeben. Einige Handelsketten betonten, dies sei auch ohne Vorlage des Kassenbons möglich. Der Süßwarenkonzern Mars will seine Kunden derweil mit Schokoladigem aus dem eigenen Sortiment entschädigen: „Die Verbraucher können aussuchen, welche unserer Produkte sie wollen, und sie bekommen natürlich auch noch etwas obendrauf“, sagte ein Unternehmenssprecher in Viersen bei Düsseldorf.

Die zurückgegebenen Produkte will der US-Konzern vernichten – wie genau das logistisch passieren soll, blieb zunächst offen. Nach Angaben der EU-Kommission und des niederländischen Zweigs von Mars sind mehr als 50 Staaten von dem Rückruf betroffen.

Der Süßwarenkonzern Mars

Mars ist einer der größten Süßwarenhersteller der Welt. Der familiengeführte Konzern mit Sitz im US-Bundesstaat Virginia produziert nach eigenen Angaben in 74 Ländern. Er stellt neben Schokoriegeln und anderen Lebensmitteln auch Tierfutter wie Pedigree und Whiskas her.

In einem Ranking der „Lebensmittel Zeitung“ vom Dezember 2015 ist Mars nach Milka-Hersteller Mondelez der zweitgrößte Süßwarenhersteller der Welt mit einem geschätzten Jahresumsatz von 18,5 Milliarden US-Dollar (2014).

Die Firma hatte am Dienstag vor dem Verzehr von Süßigkeiten der Marken Mars, Snickers, Milky Way Minis und Celebrations gewarnt und die Kunden aufgefordert, Produkte mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten zurückzugeben. Zuvor hatte sich eine Kundin aus Deutschland über ein knapp ein halbes Zentimeter großes Kunststoffteil in einem Schokoriegel beschwert.

 Einzelhändler wie der Discounter Lidl und die SB-Warenhauskette Real betonten, Kunden könnten die in ihren Läden gekauften Produkte auch dort zurückgeben und erhielten selbstverständlich den Kaufpreis erstattet. Lidl sowie Aldi Nord und Aldi Süd kündigten an, betroffene Ware auch ohne Vorlage des Kassenbons zurückzunehmen. Von Edeka hieß es ähnlich wie von Aldi, betroffene Produkte seien aus dem Verkauf genommen worden. Weitere Fragen zum Thema im Überblick:

Ich habe noch Süßigkeiten von Mars und bin unsicher – an wen kann ich mich wenden?
Der Hersteller hat eine Liste mit allen Artikeln veröffentlicht, die vom Rückruf betroffen sind. Man findet sie beispielsweise über das Portal www.lebensmittelwarnung.de.  Entscheidend ist das auf der Packung angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum. Mars bietet außerdem eine Kunden-Hotline unter 04231/94 32 99 an. Auf der Webseite (www.mars.de) gibt es weitere  Hinweise  sowie  ein Kontaktformular. Hierüber können Verbraucher sich informieren, wenn sie unsicher sind.

An wen wende ich mich generell, wenn mit Lebensmitteln etwas nicht stimmt?
Zuerst sollte man sich beim Hersteller melden, empfiehlt ein Sprecher des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Der kann dann am schnellsten reagieren. Gerade bei kleineren Problemen kann man das Produkt auch beim Händler melden, bei dem man es gekauft hat. Bei schwerwiegenden Fehlern –  oder wenn man den Eindruck hat, der Hersteller nimmt das Problem nicht ernst  – wendet man sich am besten bei der zuständigen Lebensmittelüberwachung.

Eine komplette Liste, wer deutschlandweit zuständig ist, gibt es leider nicht, sagt der BVL-Sprecher. In der Regel sind das die Landkreise oder, bei kreisfreien Städten, die Stadtverwaltungen.

Was sollte ich überhaupt melden?
Sind Fremdkörper in einem Lebensmittel, könnte das gefährlich werden und sollte immer gemeldet werden, sagt der BVL-Sprecher. Das gilt beispielsweise für Plastikteile, aber natürlich auch für Glassplitter. Auch wenn etwas in der Verpackung ist, was nicht draufsteht, sollten Verbraucher das nicht für sich behalten. Zwar muss das nicht unbedingt gesundheitsgefährdend sein –  kann es aber, wenn etwa jemand eine Allergie hat und nun ein Produkt mit einem Inhaltsstoff hat, den er eigentlich nicht essen darf.

Ist etwas verdorben, obwohl die Verpackung in Ordnung ist und das Mindesthaltbarkeitsdatum noch in der Zukunft liegt, sollten sich Verbraucher zuerst fragen: Habe ich das Produkt richtig gelagert? Wenn ja, wenden sie sich in solchen Fällen am besten zuerst an den Händler, rät der Sprecher.

Muss man solche Fehler  dokumentieren?
Muss man nicht –  es kann aber trotzdem hilfreich sein. „Je mehr Angaben ich habe, desto besser ist es“, sagt der Experte. So kann man das Produkt fotografieren, die Packung aufbewahren oder den Kassenbon heraussuchen. Das hilft vor allem dem Hersteller dabei, nachzuvollziehen, welche Produkte betroffen sein könnten.

Verbraucherinfos

Aktuelle Produkt-Rückrufe: www.Lebensmittelwarnung.de

Kunden-Hotline Mars: 04231/94 32 99

Webseite: www.mars.de

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