Kolumne : Kunst kommt von Können

Michael H. Max Ragwitz präsentiert Geschmackvolles.

svz.de von
08. Dezember 2014, 22:40 Uhr

Kennen Sie auch den alten Kalauer, wenn jemand vom Friseur kommt und gefragt wird: „Na, der Friseur war wohl nicht da?“ So ging es mir kürzlich in einem ****-Sterne-Hotel im Landkreis Ludwigslust-Parchim beim Mittagessen. Ich war geneigt zu fragen, ob der Koch vielleicht durch den Zimmerservice vertreten wurde. Habe aber meine Meinung trotzdem pointiert an die Frau gebracht. Jedenfalls stammte die Vorsuppe aus dem Fertigwaren-Regal und war zudem einfallslos oder gar nicht gewürzt und abgeschmeckt. Den Hauptspeisen auf der ohnehin sehr übersichtlichen Speisekarte mangelte es gleichermaßen an geschmacklicher Ausgewogenheit. Ganz zu schweigen davon, dass der Grauburgunder aus der Pfalz wie ein vergorenes Reinigungsmittel schmeckte und der Service offensichtlich überfordert war. Alles in allem: Note sechs, setzen... Wie viel wohltuender ist es dagegen, in ein Restaurant zu kommen, in dem fachliches Können serviert wird. Ich schätze in diesem Sinne kulinarische Kreativität und Unkonventionalität sehr. Da sind Häuser wie der „Alte Hof am Elbdeich“, egal, ob mit kulinarischen Meriten ausgezeichnet, oder nicht, wahre Leuchttürme für den Gast, der anspruchsvolle, aber bodenständige Kost schätzt. Klasse statt Masse, das ist die Devise.

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