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Geniessen : Kulinarische Stimme des Nordens

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Moderatorin Susanne Grön lässt die Hörer sonntäglich in die Töpfe gucken.

Zahlen sind für sie wie für viele andere Frauen Schall und Rauch. Auf ihr Alter angesprochen antwortet sie verschmitzt lachend: „Das sind doch nur Zahlen für eine Frau in den besten Jahren. Und ich bin eine Frau, die zu genießen weiß. Das hat sicher mit meinem Geburtsjahr zu tun, einem der besten Jahrgänge, die es gibt.“ Geboren wurde sie im thüringischen Vacha, einer beschaulichen Stadt in der Rhön. Aufgewachsen ist sie in Schwerin. Groß geworden ist sie im Nordosten aber nicht, denn bei 1,62 Metern Größe hat sie das Wachsen einfach eingestellt. Ihr launiger Kommentar: „Auf die Größe kommt es nicht an. Klein, aber oho.“

Das kann man(n) nur unterstreichen. Beim Großen Gourmet Preis 2014 in Heiligendamm lernte ich sie das erste Mal kennen: Große, dunkle Augen, ein gewinnendes Lächeln, gescheit, humorvoll und mit einer Stimme, die gelegentlich Gänsehaut-Feeling erzeugt und nicht nur für mich landesweit zur schönsten Stimme von NDR 1 Radio MV avanciert ist. Also kann von keiner anderen als Susanne Grön die Rede sein, die sich darüber hinaus sozusagen als kulinarische Stimme des Nordostens etabliert hat und sonntäglich den Hörern als „Topfguckerin“ das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.

Wie sie zu dieser reizvollen Rolle gekommen ist, erklärt die Moderatorin so: „Ich habe meine Kollegen schon am frühen Morgen mit diversen Rezepten genervt und irgendwann war das dann ein Selbstläufer.“ Soll wohl auch heißen: sie hat ihnen ein Ohr abgekaut und irgendwer ist dann mal auf die Idee gekommen, sie an den Herd zu lassen. Das war wohl ein kulinarischer Glücksfall für Sender und Hörer gleichermaßen, denn die „Topfgucker“-Serie ist der sonntägliche Renner schlechthin: amüsant, bildend, eben schmackhaft im besten Sinne des Wortes.

Kein Wunder also, dass Grön auch privat kulinarische Ambitionen hat. Sie kocht gern nach dem Motto: iss so natürlich wie möglich und vor allem gesund. Ohne Geschmacksverstärker und mit der sorgfältigen Auswahl der Lebensmittel. Sie geht aber auch gern gut essen und lässt sich vom Küchenchef außerhalb der Karte überraschen und verwöhnen. Susanne Grön: „Ich koche im Alltag meinem Credo entsprechend unkompliziert und geradlinig. Wenn ich Zeit und Muße habe, probiere ich mal raffinierte und aufwendigere Rezepte aus. Ich kann dann durchaus entspannt schlemmen, ohne ständig über Hüftgold nachdenken zu müssen. Dann treibe ich eben eine Runde Sport zusätzlich. Außerdem macht gesunde Vollwertküche nicht dick.“

Kochen ist zu Hause grundsätzlich ihr Metier. Sie hat aber absolut nichts dagegen, wenn sie von ihrem, wie sie ihn nennt, besten Freund mit einem Essen überrascht wird. Der teilt ihre gesunde Kochleidenschaft und steht auch oft für sie am Herd. „Das macht er ganz fantastisch“, meint sie lachend. Ganz in ihrem Sinne sind auch sogenannte „Mädchenabende“ (Stichwort: Alter) oder gemeinsames Kochen mit Freunden. Das heißt für die junge Frau: „Die Küche belagern, schnippeln, schnattern, schnabulieren und dazu Prosecco oder ein, zwei, drei ... Gläser guter Wein.“

Und was isst eine Topfguckerin ohne auf Genuss zu verzichten, wenn es einmal schnell gehen muss? Grön: „Kartoffeln und Gemüse sind im Dampfgarer schnell und ohne Aufwand zubereitet. Dazu ein Sauerrahmdip. Das ist ein Hochgenuss. Und mit Suppe oder Eintopf bin ich immer glücklich, zumal man das gut vorbereiten kann und aufgewärmt sowieso am besten schmeckt. Auch ein Rohkostsalat geht immer.“

Kulinarischer Genuss in seiner Gesamtheit besteht übrigens für die Moderatorin in guter Atmosphäre, angenehmem Service, köstlichem Essen, und alles natürlich ohne Zeit- und Termindruck in der richtigen Begleitung.

Von der kulinarischen Szene im Nordosten ist Susanne Grön sehr angetan. Ihr Kommentar: „Wir haben tolle Köche im Land, mit denen ich schon gemeinsam am Herd stehen durfte. Und ich würde es immer wieder tun. Außerhalb der regionalen Küche würde ich sehr gern mal mit Sarah Wiener kochen und plaudern.“ Ich hätte eher auf Cornelia Poletto oder Lea Linster getippt.

Und was sagen Köche über die Topfguckerin, die mit ihr gekocht haben? Ute Alm-Linke von „De oll Dörpschaul“ in Rosenow: „Das Kochen mit ihr macht sehr viel Spaß, zumal wir so die Hörer auf viele Köstlichkeiten aufmerksam machen können und sie ermuntern, selbst zu kochen und die Zutaten aus der Region zu nutzen. Susanne ist immer fröhlich und neugierig, hat viel Spaß am Ausprobieren und ist offen für Altes und Neues zugleich. Sie lässt sich stets mit dem Küchen-Virus anstecken. Und nicht zu vergessen, sie versteht es gar trefflich, uns Köchen manches zu entlocken, was wir sonst nicht verraten hätten.“ Das sagt wohl alles über eine junge Frau, die sich dem Genuss verschrieben hat.

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