Spurensuche : Die größten Ernährungsmythen

23-83183532.JPG

Schokolade macht glücklich, ein Schnaps hilft bei der Verdauung und Kaffee entwässert: Ernährungsmythen gibt es viele. Doch was stimmt wirklich?

von
20. Januar 2018, 16:00 Uhr

Wir sind auf Spurensuche gegangen und haben bei den Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nachgefragt. Hier die   verblüffenden Ergebnisse:

Kaffee entzieht dem Körper Wasser
FALSCH! Das Gerücht, dass Kaffee den Körper dehydriert, hält sich hartnäckig, ist aber unzutreffend, wie die DGE betont. Studien haben gezeigt, dass das im Kaffee enthaltene Koffein zwar einen harntreibenden Effekt hat, der Einfluss auf den Wasserhaushalt ist allerdings so gering, dass er zu vernachlässigen ist und Kaffee in die tägliche Flüssigkeitsbilanz einbezogen werden kann.

Ein Schnaps hilft der Verdauung
FALSCH! Ganz im Gegenteil, die Verdauung und andere Stoffwechselprozessen werden sogar hinten angestellt, damit der Alkohol, der Gift für den Körper ist, schneller abgebaut werden kann. Das Hochprozentige wirkt nur kurzzeitig entspannend auf die Magenschleimhaut. Gegen das Völlegefühl  hilft  ein Teelöffel Anis-Kümmel-Körner.

Warmes Bier hilft bei Erkältung
Richtig!  Dieser Mythos klingt eigentlich zu absurd, um wahr zu sein. Doch wird der Gerstensaft erwärmt, kann er tatsächlich bei einer Erkältung helfen. Grund dafür  sind die ätherischen Öle und Bitterstoffe aus Hopfen und Malz. Diese beruhigen, fördern den Schlaf und wirken außerdem auch noch antibakteriell. Um diesen Effekt zu verstärken, wird das Bier erhitzt. Allerdings sollte es nicht kochen, da sich der Alkohol, der hilft, Bakterien abzutöten, sonst verflüchtigt.

Sportlernahrung ist überflüssig
Richtig! Wer glaubt, durch spezielle Sportlernahrung seine Leistung zu steigern, wird enttäuscht.  Die meisten Hersteller zeigen keine Beweise für  die leistungssteigernde Wirkung ihrer Produkte auf. Und wenn sie doch angebliche Beweise anführen, sind diese, wissenschaftlich gesehen, meist schlecht, betonen Experten. So ist es für die Verbraucher praktisch unmöglich, sich über die Vor- und Nachteile von Sportlernahrung zu informieren. Also: Essen Sie lieber ausgewogen, trinken Sie Wasser und trainieren Sie regelmäßig. Spezielle Sportlernahrung ist dann überflüssig.

Cola und Salzstangen helfen bei Durchfall
FALSCH!  Die Symptome von Durchfallerkrankungen mit Cola und Salzstangen zu bekämpfen, ist sogar eher kontraproduktiv. Denn bei Durchfall verliert der Körper Flüssigkeit und Mineralien, die  müssen wieder zugeführt werden. Cola jedoch fördert, aufgrund der enthaltenen Zuckermenge,  Wasserausscheidungen und  verstärkt  so  den  Flüssigkeitsverlust.  Auch der Verzehr von Salzstangen ist wenig hilfreich, da ihnen wichtige Salze wie Kalium und Citrate  fehlen. Die Experten raten, viel Wasser zu trinken    und zwei zerquetschte Bananen zu essen, da diese reich an Mineralstoffen und Kalium sind.

Kartoffeln machen dick
FALSCH! Tatsächlich liefern die Knollen relativ wenig Kalorien (gekocht 69 kcal pro 100 g). Das Eiweiß der Kartoffeln ist  so hochwertig, dass es in Kombination mit Milch oder Eiern den Wert von  Fleisch bei Weitem übersteigt.

Calciummangel  zeigt sich auf Fingernägeln
FALSCH! Nicht Calciummangel, sondern kleine Verletzungen des Nagelbetts oder Lufteinschlüsse  in der Nagelplatte verursachen die kleinen weißen Flecken auf den Nägeln.

Schokolade macht glücklich
FALSCH! Schokoladenfans müssen jetzt tapfer sein: Denn die Behauptung, die süße Sünde sei eine Quelle des Glücks, ist leider falsch. Schokolade enthält zwar Tryptophan, einen Eiweißbaustein, der die Serotoninausschüttung im Gehirn stimulieren und ein wohliges Gefühl erzeugen soll. Die Konzentration ist allerdings so gering, dass ein Effekt der Glücksnahrung wissenschaftlich nicht nachweisbar ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Inhaltsstoff Theobromin: Als Arzneimittel wirkt die Substanz leicht stimmungsaufhellend – in Schokolade ist sie jedoch eindeutig zu niedrig dosiert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen