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Streetfood für Zuhause : Kreative Küche auf Rädern

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rollende Imbissbuden bieten auch Edel-Fastfood für Feinschmecker. So können Sie die Streetfood-Klassiker zu Hause nachmachen

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Wenn sie anrollen, ist leckeres Essen nicht weit: Foodtrucks gibt es inzwischen auch in mehreren deutschen Städten. Die Imbissbuden auf vier Rädern beweisen, dass Fast Food nicht nur fettig und ungesund ist, sondern auch schmackhaft und kreativ sein kann.

Auf den Angebotstafeln stehen der Bio-Burger vom heimischen Landwild, kanadische Rippchen, Allgäuer Käsespätzle mit Hochalm-Bergkäse, vegetarische China-Teigtaschen oder brasilianische Hähnchenkroketten.

Erfolgreiche Foodtrucker haben stets eine kleine, aber feine Auswahl an Gerichten, die sie direkt vor den Augen der Kunden möglichst frisch zubereiten.

Foodtrucks zeichnen sich durch die Kreativität ihrer Besitzer aus, sagt Peter Wolf, dessen Foodtruck „RibWich“ seit 2011 durch Deutschland tourt. Von der schwäbischen Hausmannskost über den Burgerstyle bis hin zu vegetarischem oder veganem Essen – in den umfunktionierten Lkws ist fast alles zu finden.

Eine klassische südafrikanische Streetfood-Spezialität ist Bunny Chow. Das knusprige, ausgehöhlte Brötchen mit verschiedenen Curry-Füllungen wurde von den Indern erfunden, die um 1940 ins südafrikanische Durban kamen. Weil es kein indisches Nan-Brot gab, füllten sie ausgehöhltes Toastbrot mit Curry.

Zum Essen des Bunny Chow wird der Brotdeckel abgenommen und ins Curry getunkt. Das kann mit einem entsprechend großen Brötchen – selbst gebacken oder vom Bäcker – auch zu Hause gut nachgemacht werden: Das Lieblingscurry hineingefüllt – fertig ist ein guter Party-Snack. Und die „Verpackung“ kann gleich mitgegessen werden, das spart Müll, was den meist umweltbewussten Streetfood-Fans entgegenkommt.

In den Foodtrucks gibt es auch Süßes: Marillenknödelchen in Zwetschgen-Rotwein-Soße, mit Blattgold verzierte Donuts, Cookies als Light-Version zum Kaloriensparen.

Peter Wolfs Foodtruckprodukt, der „RibWich“, ist eine Art Sandwich. Er setzt auf geräuchertes Fleisch, verschiedene Beilagen, sogenannte Toppings wie Zwiebeln und Jalapenos und BBQ-Soße. Auch das Pulled Pork – bei niedrigen Temperaturen langsam gegartes und dadurch ganz zartes Fleisch - ist bei den Foodtruckern beliebt. Es wird nach dem Garprozess in kleine Stücke gezupft.

So ein Pulled-Pork-Burger kann recht einfach auch zum Hingucker bei der eigenen Feier werden: Die „Topping“-Schälchen mit gehackten oder gebratenen Zwiebeln, geschnittenen Tomaten und Gurken, Salatblättern und Scheiben vom Heumilchkäse lassen sich gut vorbereiten. So können die Gäste ihren individuellen Burger selbst zusammenstellen. Als Burgerbrot eignen sich Bio-Krustensemmeln.

Bei den Foodtruckern muss der Kunde für so einen Burger Deluxe zwar bis zu acht Euro berappen, dafür werden Frische, Regionalität und das gewisse Etwas versprochen. Buns, also das Brot, Fleisch und Zwiebeln bezieht Peter Wolf für den „RibWich“ etwa von fränkischen Lieferanten aus der Heimat, die Barbecue-Soßen kauft er in den USA, dem Herkunftsland der Foodtrucks. Man kann sie aber auch leicht selbst kochen. Am besten gleich in größeren Mengen - die Soße hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen.

Dafür je eine Tasse Ketchup und Öl, eine Viertel Tasse Worcestershire-Soße und braunen Zucker, eine halbe Tasse gehackte Zwiebeln, einen Teelöffel Senf, je zwei Teelöffel Paprika- und Chilipulver und den Saft von zwei Zitronen für eine halbe Stunde in einem Topf einkochen. Mit etwas Salz, zerdrückten Knoblauchzehen, Tabasco und Rauchsalz je nach Geschmack würzen.

Den Foodtruck-Trend haben nicht nur Hobby-Köche für zu Hause für sich entdeckt, sondern auch bekannte Gastronomen wie Tim Mälzer, der inzwischen mitmischt. „Wenn es zur Marke passt, bietet es sich für innovative Gastro-Macher schon an, dass sie beides bespielen: Restaurant und Foodtruck“, meint Christopher Lück vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband.

Gefährlich werden die Trucks den klassischen Restaurants nach Expertenmeinung aber nicht. „Ich glaube, es ist keine Konkurrenz, oft ist es auch eine Ergänzung“, sagt Branchen-Kenner Klaus Wünsch. Der 45-Jährige hat es sich zum Ziel gemacht, die Trucker deutschlandweit zu organisieren und bekannter zu machen. Anfang 2013 gründete er die Internetseite Foodtrucks-Deutschland.de, die mittlerweile rund 1,5 Millionen Mal pro Monat angeklickt werde. Eine passende App nutzen bis zu 8000 Fans täglich. Sie können die Standorte aller bislang rund 200 registrierten Trucks einsehen.

Die mobilen Imbisse dürfen jedoch nicht einfach am Straßenrand halten - dafür brauchen sie Genehmigungen, die in einigen deutschen Städten schwer zu bekommen sind. Die Alternative sind Wochenmärkte, Festivals und Straßenfeste. Beliebt sind auch Privatparkplätze von großen Unternehmen. Für viele Angestellte sind Foodtrucks eine willkommene Abwechslung zum Kantinenessen. Dann heißt es: Bunny Chow und Pulled Pork statt Schnitzel und Kartoffelsalat.

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