Kolumne : Klare Worte, wahre Worte

Michael H. Max Ragwitz präsentiert Geschmackvolles

von
02. März 2015, 22:01 Uhr

Ein etwas forsches Sprichwort besagt, dass man das Maul auch im Finsteren findet. Das ist zwar nicht falsch, aber wie viel treffender formuliert es doch der alte Geheimrat Goethe, dem der Spruch zugeordnet wird, dass das Essen zuerst das Auge und dann den Magen erfreuen soll. Daran muss ich denken, wenn mich in diversen Lokalitäten übervolle Teller unübersichtlichen Inhalts mehr aus- als anlachen. Soll auch heißen, dann bin ich oft schon ohne einen Bissen pappensatt. Was aber im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass ein gut zubereitetes Schnitzel mit köstlichen Bratkartoffeln kein Augen- und Gaumenschmaus sind. Kommt eben drauf an, was der Küchenchef drauf hat, um sein Gericht ansprechend zu präsentieren. Schade nur, dass viele Gastronomen eben das falsch verstehen und Masse statt Klasse auf die Teller bringen. Das trifft auf Zubereitung und Präsentation von „gehobener“ wie gutbürgerliche Küche gleichermaßen zu. Der Gast besitzt aber leider oft nicht den Mut, seinen Mund aufzumachen, wenn er wieder mal einfallslosen Einheitsbrei essen muss. Wie treffend ist in diesem Zusammenhang das Sprichwort des österreichischen Dramatikers Eduard von Bauernfeld: Es braucht zu allem ein Entschließen, selbst zum Genießen.

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