Schlemmen in Heiligendamm : Genussvolle Gala am Meer

Christiane und Yann-Christoph Collin waren vom Gala-Menü sehr beeindruckt und haben den Abend genossen.  Fotos: Ragwitz
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Christiane und Yann-Christoph Collin waren vom Gala-Menü sehr beeindruckt und haben den Abend genossen. Fotos: Ragwitz

Im Grand Hotel Heiligendamm tischten die besten Köche des Landes zum Großen Gourmet Preis auf

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08. Mai 2017, 21:00 Uhr

Für Christiane und Yann-Christoph Collin aus Parkentin bei Bad Doberan war das vergangene Wochenende ein ganz besonderes. Sie wussten, dass Tom Wickboldt kürzlich sein neues Restaurant „The O’Room“ in Heringsdorf eröffnet hat und wurden als Gewinner unserer Preisfrage gezogen. Damit verbunden war die Teilnahme am Großen Gourmet Preis 2017 im Grand Hotel Heiligendamm samt einer Übernachtung in dem noblen Haus am Meer.

Dementsprechend groß war die Freude, zumal die Eltern dreier Kinder auch seit Jahren das erste Mal ein kinderfreies Wochenende genießen konnten. Christiane Collin war beeindruckt von der geschmacklichen Vielfalt des Gala-Menüs, das sechs Spitzenköche auftischten. Sie gestand, mächtig aufgeregt gewesen zu sein und war besonders von der Kaninchen-Variation von Matthias Stolze aus dem Restaurant „Der Butt“ in Warnemünde angetan.

Ehemann Yann-Christoph sprudelte förmlich vor Begeisterung: „Unglaublich, was einem hier an kulinarischen Genüssen geboten wird. Ich glaube, das war das Beste, was ich bisher gegessen habe…“ Sein Favorit: Der Hauptgang von Ronny Siewert, der auch in diesem Jahr die Spitzenposition der Köche im Land behauptete und ein deftiges Morgan Ranch Wagyu facettenreich in Szene setzte.

Und das i-Tüpfelchen, verrieten beide unisono, ist die Übernachtung in den exzellent ausgestatteten Zimmern und Suiten des Grand Hotels. Vielleicht der Grundstein für weiteren Familienzuwachs, merkte Christiane Collin mit schelmischem Augenaufschlag an.

Auch die anderen Gänge des Menüs von Pierre Nippkow, Tom Wickboldt und dem mallorquinischen Gastkoch Andreu Genestra waren ein Gaumenschmaus. Nicht zu vergessen die köstlichen Amuse Bouches und das grandiose Dessert-Buffet, die Kurhaus-Küchenchef Steffen Duckhorn mit seinem Team gestalteten. Einmal mehr umsichtig-perfekt auch das Service-Team . Alle Achtung, was die Damen und Herren an diesem Abend für die knapp 200 Gäste leisteten.

Kommentar "Auslaufmodell" von Michael H. Max Ragwitz

Dass die Akteure des Großen Gourmet Preis die Granden ihrer Zunft im Land sind, ist unbestritten. Sie tischten auch diesmal exzellente Gänge auf, die von großer geschmacklicher Vielfalt geprägt waren. Das täuscht aber nicht nur aus meiner Sicht darüber hinweg, dass das Konzept der Veranstaltung ein Auslaufmodell ist, das keine neuen Akzente mehr setzt und sich längst auf   allgemeinste Gefälligkeits-PR für die teilnehmenden Köche und Restaurants eingependelt hat. Hier müssen neue Ideen her und neue Wege beschritten werden, um eine wirklich runde Sache zu bieten. Dazu gehören für mich eine geschmacklich stärker aufeinander abgestimmte Menüfolge und die raffinierte Inszenierung regionaler Produkte. Warum bindet man nicht auch einmal junge Köche mit avantgardistischen geschmacklichen Ideen und die Köche in der sogenannten „zweiten“ Reihe des Landes ein, die MV in beachtlicher Qualität zu bieten hat? Ganz zu schweigen von der merkwürdigen Preisverleihung, die angesichts der bewertungstechnischen Realität durch die Restaurantführer zu einer Persiflage der kochenden Zunft im Land wird. Die überdimensionalen, noch nicht einmal attraktiv aufgemachten Urkunden sind in diesem Zusammenhang mehr Makulatur, denn Ehrung. Mein Rat: Köche des Landes vereinigt euch, macht euer Ding nach eigenem Geschmack. Es muss übrigens auch nicht immer alles Gourmet heißen. Auf den Genuss kommt es an. In jeder Beziehung.
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