Report : Die Wahrheit über Kaffee

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Fluch oder Segen: WHO legt einen einen neuen Report vor

svz.de von
15. Juni 2016, 21:00 Uhr

Kaffee hat mehrmals einen Imagewandel durchgemacht: Anfangs als Medizin eingesetzt, wurde das Getränk später oft als schädlich geschmäht – bis schließlich wieder positive Effekte stärker im Fokus standen. Eine Behörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Genussmittel nun erneut unter die Lupe genommen. Ein Überblick von Silvia Kusidlo und Walter Willems:

Was sagt die WHO-Behörde zu Kaffee?
Ein von Kaffee ausgehendes Krebsrisiko lässt sich nach Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur ( IARC) nicht belegen. Studien liefern keine Hinweise darauf, dass das Getränk Tumore von Brust, Prostata oder Bauchspeicheldrüse verursacht. Dagegen gibt es Belege für einen Schutzeffekt gegen Krebs von Leber und Gebärmutter. Für 20 häufige Tumorarten lässt sich keine klare Aussage treffen.
Wie schätzen andere Experten die neue Einstufung ein?
„Die neue Einstufung der IARC überrascht mich nicht“, sagte Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. „Seit Jahren weisen immer mehr wissenschaftliche Studien eher darauf hin, dass ein höherer Kaffeekonsum möglicherweise sogar das Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes 2 oder auch manche Krebsformen senken könnte.“
Schadet Kaffee dem Herzen?
Das weiß man auch nicht so genau. Studien zur Frage, ob Kaffee das Infarktrisiko steigern kann, kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Die meisten Experten geben aber Entwarnung. Ein im vergangenen Januar veröffentlichter Überblicksartikel von US-Forschern im „Journal of the American Heart Association“ kam zu dem Schluss, dass Kaffee das Risiko für Herzleiden nicht erhöht. Viele Experten betonen mit Blick auf die verschiedensten Gesundheitsfolgen: Es kommt auch auf die Dosis an. Vor allem Schwangere, Stillende und Kranke sollten vorsichtig sein.

Raubt das Genussmittel dem Körper Wasser?
Lange Zeit hat man geglaubt, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht. Heute weiß man: Das tut er nicht. Tatsächlich kann Koffein zwar harntreibend wirken, bei regelmäßigem Genuss setzt jedoch ein Gewöhnungseffekt ein. Man könne das Getränk zur Flüssigkeitsaufnahme nutzen, schrieben Forscher im Fachmagazin „PLOS ONE“. Der Schriftsteller Franz Kafka soll übrigens gesagt haben: „Kaffee dehydriert den Körper nicht. Ich wäre sonst schon Staub.“
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