20 Sorten im Test : Discounter-Eier fallen bei "Ökotest" durch

Mehr als die Hälfte der Anbieter schaffte nicht, die Herkunft der Legehennen lückenlos zu belegen.
Mehr als die Hälfte der Anbieter schaffte nicht, die Herkunft der Legehennen lückenlos zu belegen.

Überprüft wurden laut des Verbrauchermagazins Eier aus Bio-, Boden- und Freilandhaltung.

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03. April 2019, 10:44 Uhr

Frankfurt am Main | Kurz vor Ostern schreckt das Verbrauchermagazin "Ökotest" mit leidvollen Testergebnissen von Supermarkt-Eiern auf. Von 20 getesteten Eiern verdienen sich gerade einmal vier eine Kauf-Empfehlung, die übrigen erfüllen nicht die notwendigen Qualitätsstandards. In die Kritik gerät vor allem das Tierwohl.

Überprüft wurden laut "Ökotest" Eier aus Bio-, Boden- und Freilandhaltung. Nach Angaben des Verbrauchermagazins fielen dabei vor allem Haltung und Transparenz ins Gewicht. Die Anbieter wurden dazu schriftlich kontaktiert und zur Situation in den Legehennen-Betrieben befragt. Stichproben der Eier aus dem Januar sendeten die Tester ins Labor, wo hinsichtlich einer Belastung mit Salmonellen, Fipronil und Dioxinen geprüft wurde.

"Wohlbefinden" bereitet Sorge

Mehr als die Hälfte der Anbieter schaffte es laut "Ökotest" nicht, die Herkunft der Legehennen lückenlos zu belegen. Zudem üben die Tester harsche Kritik an den Haltungsformen.

Demnach hielten die konventionellen Betriebe nach Auffassung von "Ökotest" ihre Legehennen zu eng. Die Tester empfehlen eine Platzvorgabe von sechs Tieren pro Quadratmeter, die für Anbieter von Bio-Eiern verpflichtend ist, auch für die konventionellen Erzeuger. Per Gesetz dürfen sie bis zu neuen Legehennen auf einem Quadratmeter halten. Für die Aufzucht von Junghennen gelten keine gesetzlichen Vorgaben. Hier empfehle der Tierschutzbund eine Haltung von maximal 14 Tieren pro Quadratmeter – konventionelle als auch Bio-Betriebe, die von "Ökotest" unter die Lupe genommen wurden, ließen diesen Platz nicht zu.

Auch das "Wohlbefinden" der Hennen treibt die Tester um. In den konventionellen Betrieben, die Rewe und Lidl belieferten, fehlten etwa Sandbäder für die Gefiederpflege, die den Tieren einen gewissen Komfort garantieren könnten. Dazu gehörten auch strukturiertes Futter, ein Kaltscharrraum und Grünauslauf.

Lidl-Eier mit Note "mangelhaft"

Das Töten männlicher Küken unmittelbar nach der Geburt stößt den Testern ebenfalls auf Missgunst. Bei 15 der 20 getesteten Eier-Betriebe sei dies gängige Praxis.

Explizit als Negativ-Beispiel von "Ökotest" genannt wird das Produkt "10 Frische Eier aus Bodenhaltung" von Lidl, sie erhalten das Gesamturteil "mangelhaft". Für Bio-Eier, die bei Deutschlands zweitgrößtem Discounter erhältlich sind, reicht es noch zu einem "befriedigend".

Außer den Lidl-Eier aus Bodenhaltung erhalten noch vier weitere Eier die Note "mangelhaft", drei stammen von Aldi und ein Bio-Produkt von Real. Nur vier Eier können die Tester überzeugen, sie sind allesamt "bio" und punkten mit einer Hahnenaufzucht.

Die Qualität der getesteten Eier hinsichtlich Gesundheitsgefahren überzeugte die Tester hingegen mehrheitlich. Einzig "GutBio"-Eier von Aldi gaben Anlass zur Kritik, weil sie den gesetzlichen Grenzwert für Dioxine zu mehr als 50 Prozent ausschöpften. Dioxine reichen sich in menschlichen Fettgewebe an und können nur langsam eliminiert werden. Sie stehen in Verdacht krebserzeugend zu sein.

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