Unverpackte Lebensmittel : "Nackte Tatsachen": Netto erntet Kritik für sexistische Werbung

Netto wirbt mit nackten Models für unverpackte Lebensmittel und erntet dafür einen Shitstorm im Internet.
Netto wirbt mit nackten Models für unverpackte Lebensmittel und erntet dafür einen Shitstorm im Internet.

Der Discounter will mit der umstrittenen Aktion Kunden zum plastikfreien Einkauf anregen – ob das funktioniert?

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14. Oktober 2019, 10:33 Uhr

Maxhütte-Haidhof | "Sex sells" – diese einfache Gleichung aus der Werbewirtschaft machte sich nun Discounter Netto zu eigen und wirbt mit einem unbekleideten weiblichen Model für unverpackte Lebensmittel. Das Motto der Kampagne, "Nackte Tatsachen", ragt seit dieser Woche von zahlreichen Plakatwänden und ist in Werbekatalogen zu sehen. Die weiblichen Models halten sich Obst und Gemüse vor die Brüste – im Fernsehen müssen die Szenen vor 20 Uhr sogar gepixelt werden. Es folgte ein – vom Discounter mutmaßlich kalkulierter – Shitstorm im Internet.

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"Nackte Tatsachen"

"Kaufe unverpackt, spare Plastik" heißt es in den Anzeigen. Eine Erklärung, warum Netto dafür mit nackten Frauen wirbt, findet sich auch auf der Website des Discounters nicht. Dort heißt es lediglich, dass Netto mit der Aktion Kunden zum plastikfreien Einkauf anregen wolle. In den Sozialen Netzwerken sorgt die Kampagne vielmehr für negative Erregung.


Trotz des durchaus positiv zu bewertenden Ansatzes der Kampagne werfen Nutzer dem Discounter Sexismus vor. Einer schreibt: "Gutes Beispiel für zielgruppenverkennendes Marketing", ein anderer: "Unfassbar, dass so eine Werbung heute noch möglich ist... Verpackungen reduzieren ja, aber Sexismus nein!".


Viele Nutzer werfen dem Discounter zudem Kalkül vor. In Zeiten der Me-Too-Bewegung noch mit nackten Models zu werben, halten viele für nicht mehr zeitgemäß und offensichtlich plump.


Auch die Zielgruppe erschließt sich vielen Nutzern nicht so recht:


Netto äußerte sich bisher nicht zu der Aktion.

Nackte Models führen regelmäßig zu Beschwerden beim Deutschen Werberat, der sexistische Beiträge rügen kann. Finanzielle Folgen hat eine solche Rüge für ein Unternehmen jedoch nicht.


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