Popeye-Effekt bei Sportlern : Kräftiger dank Spinat-Inhaltsstoff: Muss das Gemüse auf die Doping-Liste?

Spinat lässt Muskeln wachsen, als Doping wird es jedoch zunächst wohl nicht gelten.
Spinat lässt Muskeln wachsen, als Doping wird es jedoch zunächst wohl nicht gelten.

Der Popeye-Effekt ist Kult: Nun belegt eine Studie, dass ein Stoff im Spinat tatsächlich das Muskelwachstum begünstigt.

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25. Juni 2019, 17:23 Uhr

München | Spinat als Kraftquelle – das hat vor rund 90 Jahren bereits die Comicfigur Popeye weltweit propagiert. Der Spinat vertilgende Matrose mit den Superkräften wurde im Jahr 1929 von einem Zeichner in den USA erschaffen. Nun wurde erstmals eine Leistungssteigerung durch eine in Spinat enthaltene Substanz in Verbindung mit Training nachgewiesen. Unterstützt von der Welt-Anti-Doping-Agentur ist dafür eine Humanstudie an der Freien Universität Berlin durchgeführt worden, teilten die ARD-Radio-Recherche Sport und Arte am Dienstag mit.

Sportler drei Mal kräftiger mit Ecdysteron

Für die Studie wurde Sportlern während eines zehnwöchigen Krafttrainings die in der Spinatpflanze enthaltene Substanz Ecdysteron verabreicht. Dabei wurde ein dreimal so hoher Kraftzuwachs im Vergleich zur Placebo-Gruppe festgestellt. Nebenwirkungen seien keine festgestellt worden.

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"Unsere Hypothese war, dass wir eine Leistungssteigerung sehen, aber dass die so groß sein würde, das hatten wir nicht erwartet", wird Maria Parr, Professorin am Institut für Pharmazie der FU Berlin, zitiert. Sie hat deshalb der WADA empfohlen, Ecdysteron auf die Liste der verbotenen Mittel zu setzen.

Hintergrund der Studie waren Hinweise, dass Ecdysteron im russischen Sport eingesetzt wird. Zudem kamen in den vergangenen Jahren Nahrungsergänzungsmittel mit Ecdysteron auf den Markt, die mit positiven Effekten auf die sportliche Leistung werben. Neben Kraftsteigerung und mehr Muskelmasse versprechen die Mittel auch weniger Müdigkeit und eine leichtere Erholung während des Trainings.

Dosis entspricht kiloweise frischem Spinat

In den Kapseln, die die Sportler über zehn Wochen eingenommen haben, befand sich nach Angaben der Forschungsgruppe Spinat in hochdosierter Form – Spinat-Extrakt. Um die gleiche Menge über das Essen aufzunehmen, müsste man zwischen 250 Gramm und vier Kilo rohen Blattspinat – je nachdem, wann der Spinat geerntet wurde – jeden Tag essen.

Dass der Verzehr von Spinat im Spitzensport verboten wird, gilt derzeit als unwahrscheinlich. Ob Ecdysteron auf die Dopingliste kommt, entscheidet ein Expertengremium der WADA. Doch erst einmal werden weitere Untersuchungen erwartet.

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