Ernährungstipps : Sind keimende und grüne Kartoffeln noch essbar?

Kartoffelaugen zeigen den Beginn der Entwicklung der Keime an.
Kartoffelaugen zeigen den Beginn der Entwicklung der Keime an.

Kartoffeln mögen es gern dunkel, trocken und kühl. Ist es zu hell und zu warm, wachsen aus der Knolle Keime. Kann man sie dann noch essen?

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30. September 2021, 10:58 Uhr

Schwerin | Kartoffeln mögen es gern dunkel, trocken und kühl: Beachtet man dies nicht bei der Lagerung kann das Nachtschattengewächs ganz schön giftig werden – grüne Stellen auf der Schale und Keime sind die Reaktion. Doch wann treibt es die beliebte Knolle wirklich zu bunt und wird ungenießbar? Und warum nur?

Vorweg: Kartoffeln bilden so oder so das natürliche Gift Solanin – hauptsächlich im oberirdischen Bereich der Pflanze. Die Tomate produziert diese Substanz übrigens auch. Solanin sitzt auch in der Schale der Kartoffel. Sie wehrt sich auf diese Weise gegen Fraßschäden. Das alles muss uns normalerweise beim Verzehr von Kartoffelspeisen nicht beunruhigen, dazu ist diese Menge noch zu gering: Kartoffeln haben einen Solaningehalt von fünf bis sieben Milligramm pro 100 Gramm, berichtet das „Deutsche Grüne Kreuz“ (DGK), dieser sei für den Menschen noch nicht gesundheitsschädlich.

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Ab welchem Solaningehalt wird es bedenklich?

Beim Verzehr geringerer Solaninmengen zwischen 20 bis 25 Milligramm könnten aber schon Vergiftungserscheinungen auftreten, so das DGK weiter. Und diese Menge könne in ungefähr 500 Gramm unreifer grüner und keimender Kartoffeln oder Kartoffelkeimen stecken. Das DGK weist übrigens darauf hin, dass für Kinder noch geringere Dosen gelten.

Bei einer Lagerung ab 12 Grad keimen Kartoffeln – und am Anfang dieses Prozesses verändert sich der Solaningehalt der Kartoffeln noch gering. Vorausgesetzt die Länge des Keims beträgt nur etwa einen Zentimeter, kann man die Kartoffeln jetzt noch verarbeiten. Wichtig: Man sollte die Triebe sowie den Bereich herum großzügig ausschneiden. Das gilt auch für grüne Verfärbungen sowie für die Kartoffelaugen, die den Beginn des Keimprozesses anzeigen.

Wann Sie die Kartoffel lieber nicht mehr essen sollten

Treibt die Knolle schon stärker aus, erkennbar an Keimen mit einer Länge über zehn Zentimeter, sollte man die Kartoffeln nicht mehr verzehren, rät die Verbraucherzentrale Bayern. Nicht nur die Menge an Solanin hat sich nun stark erhöht, sondern die Kartoffel habe nun auch deutlich Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralie und Eiweiß verloren.

Treibt die Kartoffel sehr stark aus, sollte man sie nicht mehr essen.
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Treibt die Kartoffel sehr stark aus, sollte man sie nicht mehr essen.

Auch durch zu viel Licht stark ergrünte Kartoffeln eignen sich nicht mehr zum Verzehr. Sofern man aber zwei Regeln der Verbraucherschützer beachtet, bleiben die Kartoffeln länger in einem genießbaren Zustand.

  • Kartoffeln sollten an einem trockenen, dunklen, möglichst kühlen Ort gelagert werden, das heißt zwischen vier bis sechs Grad. Zu kalt sollte es aber auch nicht sein. Denn unter vier Grad wird die Stärke in Zucker umgewandelt mit dem Effekt, dass die Kartoffeln süß schmecken. Verfügt man nicht über einen solchen Vorratsraum, so sollte man nur kleine Menge kaufen, die schnell verbraucht werden.
  • Um Feuchtigkeitsbildung und Schimmelbefall zu verhindern, sollte man lieber von der Idee Abstand nehmen, Kartoffeln in einem Folienbeutel aufzubewahren.
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