"Gesellschaft ein Stück nüchterner" : Brauer-Chef: "Bierkonsum sinkt auch wegen Muslimen"

In Deutschland wird weniger Bier konsumiert. Der Brauerei-Verband nennt Gründe. Foto: Rainer Jensen/dpa
In Deutschland wird weniger Bier konsumiert. Der Brauerei-Verband nennt Gründe. Foto: Rainer Jensen/dpa

Die Wiesn wurde gerade erst eröffnet, da monieren Brauerei-Vertreter den rückläufigen Bierkonsum.

von
23. September 2018, 11:29 Uhr

Augsburg | Der rückläufige Bierkonsum in Deutschland hängt nach Ansicht von Brauerei-Vertretern auch mit der Zuwanderung zusammen. Es lebten heute mehr Muslime in Deutschland, die keinen Alkohol tränken, sagte der Präsident des Bayerischen Brauer-Bundes, Georg Schneider, der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Auch tränken ältere Menschen weniger Bier als jüngere. Die Menschen seien gesundheitsbewusster und die Arbeitswelt habe sich radikal verändert.

Weiterlesen: Auf der Wiesn wie im Laden: Was treibt den Bierpreis?

Weniger Bier auf Baustellen

Einen weiteren Grund sieht Schneider auch: So werde auf Baustellen kaum noch Bier getrunken. "Als mein Vater noch Geschäftsführer war, kämpften die Brauer darum, wer eine bestimmte Baustelle beliefern durfte. Heute bedienen die Fachkräfte auf den Baustellen hochtechnisierte Spezialgeräte und leisten kaum noch Schwerstarbeit. Entsprechend massiv ist der Bierkonsum zurückgegangen", heißt es in der "Augsburger Allgemeinen". All dies habe dazu geführt, "dass die Gesellschaft ein Stück weit nüchterner geworden ist".

Bierkonsum sinkt

Nach der Wiedervereinigung habe der jährliche Bierkonsum in Deutschland bei rund 160 Litern pro Kopf gelegen, rechnete Schneider vor. Heute seien es 100 Liter. Dieser Trend werde sich fortsetzen, prognostizierte er. Der Brauer-Chef beklagte den Preiskampf im Handel. Fast nirgendwo auf der Welt sei Bier so billig wie in Deutschland. Statt 14 bis 15 Euro müsste ein Kasten 20 bis 25 Euro kosten, "damit die Bauern einen gerechteren Lohn für ihr hohes Maß an Verantwortung und Qualität bekommen".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen