Umfrage : Wie Kinder die Beziehung verändern

<p>Eine Familie ist im Licht der untergehenden Sonne an der Ostsee auf der Insel Hiddensee bei Vitte (Mecklenburg-Vorpommern) unterwegs.</p>

Eine Familie ist im Licht der untergehenden Sonne an der Ostsee auf der Insel Hiddensee bei Vitte (Mecklenburg-Vorpommern) unterwegs.

Partner werden füreinander attraktiver . Zufriedenheit in der Partnerschaft steigt, während das Sexleben leidet

svz.de von
22. Juli 2018, 05:00 Uhr

Fluch oder Segen für eine Beziehung? Die ElitePartner-Studie 2018 hat über 400 Liierte mit Kindern bis sechs Jahren gefragt, inwieweit die Familiengründung ihre Beziehung verändert hat. Mit erstaunlichen Ergebnissen: Eine deutliche Mehrheit findet seinen Partner seit der Geburt des Kindes attraktiver. Auch die Zufriedenheit mit der Beziehung nimmt zu. Nachwuchs steigert offenbar die emotionale Verbundenheit und verbannt Beziehungszweifel besonders bei Männern. Allerdings: Freundschaften und das Sexleben leiden deutlich unter Familienzuwachs.

Kinder sind Beziehungs-Booster

Nachwuchs steigert die Zufriedenheit und Tiefe der Partnerschaft In der Studie wurden Liierte mit Kindern bis sechs Jahren gefragt, was sich in ihrer Beziehung verändert hat, seit sie Eltern geworden sind. Dabei zeigt sich, dass Kinder die Beziehung vor allem emotional stärken: Für die überwiegende Mehrheit der Befragten hat sich die emotionale Verbundenheit zu ihrem Partner verbessert, seit Nachwuchs im Spiel ist (79 Prozent). 71 Prozent fühlen sich als Eltern sogar in der Beziehung zufriedener und ebenso viele geben an, dass die Tiefe und Intensität der Partnerschaft zugenommen haben. Zwei Drittel der jungen Eltern empfinden außerdem weniger Beziehungszweifel (64 Prozent).

Elternschaft steigert zudem offenbar den Sex-Appeal oder zumindest die subjektiv wahrgenommene Attraktivität, wie die Studie zeigt. 69 Prozent der Frauen und 72 Prozent der Männer gaben an, dass ihr Partner oder ihre Partnerin mehr Attraktivität für sie ausstrahlt, seit Nachwuchs auf der Welt ist.

Erwartungsgemäß scheint vielen jungen Eltern allerdings die Zeit zu fehlen, diese Empfindungen auch körperlich auszuleben. Die Qualität des Sexlebens nimmt bei den meisten Paaren in den ersten Jahren mit Kind(ern) deutlich ab; 66 Prozent der jungen Eltern geben an, dass sich ihr Sexleben verschlechtert hat.

Klare Verlierer: soziale Kontakte

Freunde, Bekannte und die gemeinsame Zeit als Paar Dass Zeitmangel ein großes Thema für Eltern mit kleinen Kindern ist, zeigen auch zwei weitere abgefragte Aspekte: Am meisten leidet das soziale Netzwerk unter der Familiengründung. Für Freunde und Bekannte bleibt schlicht zu wenig Zeit, wie 77 Prozent der jungen Eltern zugeben. Außerdem fällt es vielen Eltern seit der Geburt der Kinder schwerer, ihre gemeinsame Zeit als Paar positiv zu gestalten (57 Prozent). In sechs von zehn Fällen sorgt Nachwuchs aber auch für mehr Streit (58 Prozent).

Erstaunlich ist, dass Männer die Veränderungen für eine Beziehung, die Kinder mit sich bringen, positiver bewerten als Frauen, besonders auf emotionaler Ebene. Dass Männer sich bei der Familiengründung außen vor fühlen und emotional von der Partnerin entfernen, scheint ein Mythos zu sein: 78 Prozent der Männer erleben ihre Beziehung tiefer und intensiver, seit Nachwuchs im Spiel ist (Frauen: 71 Prozent), 75 Prozent sind in der Beziehung zufriedener (Frauen: 71 Prozent) und 74 Prozent zweifeln weniger (Frauen: 64 Prozent). Allerdings erleben Männer einige der negativen Veränderungen tendenziell auch stärker. 70 Prozent der Männer geben zu, dass sich das Sexleben eher verschlechtert hat (Frauen: 62 Prozent) und 55 Prozent der Männer bemerken, dass der zärtliche Umgang miteinander leidet (Frauen: 51 Prozent).

Paar sein wieder lernen

Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner: „Der Übergang vom Paar in eine Kleinfamilie birgt viele Herausforderungen. Durch Kinder erleben viele Paare einen tieferen Sinn in ihrer Beziehung und ein stärkeres Miteinander.“

Doch die Rollenerweiterung vom Mann zum Vater und von der Frau zur Mutter sowie der Übergang in eine Kleinfamilie birgt auch viele Herausforderungen. Nach einer Phase des Cocoonings, in der sich das Paar mit dem Neugeborenen in einer glücklichen Einheit fühlt und kaum etwas im Außen vermisst, sollten die Partner auch wieder auftauchen und sich verstärkt um die Bedürfnisse des Paarlebens kümmern. Nicht selten verlieren sich Paare durch den Fokus auf den Nachwuchs aus den Augen, die Sexualität schläft langfristig ein und Paare erleben sich nur noch durch den Alltag mit den Kindern. Das kann auf Dauer zur Entfremdung führen. Deshalb ist es die beste Strategie für Eltern, sich auch um sich selber und das Paarleben zu kümmern.

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