Wer arbeitet, hat ein Recht auf Elternzeit

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13. September 2012, 04:24 Uhr

Mit der Elternzeit gibt der Gesetzgeber Eltern das Recht, ihre Arbeit für eine bestimmte Zeit ruhen zu lassen.

Der Anspruch

Elternzeit steht Müttern und Vätern zu, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, mit dem Kind im selben Haushalt leben, es überwiegend selbst erziehen und während der Elternzeit nicht mehr als 30 Stunden arbeiten. Ein Recht auf Elternzeit besteht auch bei befristeten Verträgen, Teilzeit und geringfügigen Beschäftigungen. Anspruch haben auch Auszubildende, Umschüler, Heimarbeiter sowie Eltern, deren minderjährigen Kinder Nachwuchs bekommen haben.

Die Dauer

Einen Anspruch auf Elternzeit haben Mütter und Väter bis zum vollendeten dritten Lebensjahr. Bei Mehrlingen besteht Anspruch auf Elternzeit für jedes Kind. Arbeitnehmer können diesen Antrag auch nicht ablehnen.

Wenn der Arbeitgeber zustimmt, können bis zu zwölf Monate der Elternzeit aufgespart und bis zur Vollendung des achten Lebensjahres genommen werden. Wechseln Eltern zwischendurch den Arbeitgeber, so ist dieser nicht an die Zustimmung des ehemaligen Chefs gebunden.

Der Antrag

Die Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn schriftlich beim Arbeitgeber beantragt werden und sollte enthalten, von wann bis wann Elternzeit genommen wird und gegebenenfalls, ob man parallel in Teilzeit arbeiten möchte. Bei der Mutter wird die Mutterschutzfrist auf die Elternzeit angerechnet. Sie müsste ihren Antrag also spätestens eine Woche nach der Geburt einreichen. Wollen Väter unmittelbar nach der Geburt Elternzeit nehmen, muss der Antrag sieben Wochen vor dem errechneten Termin abgegeben werden. Ihnen empfiehlt das Bundesfamilienministerium, als Beginn "ab Geburt" anzugeben. Am besten lässt man sich den Eingang des Antrags schriftlich bestätigen. Einen Vordruck - etwa wie beim Elterngeld - gibt es dafür nicht. Mit dem Antrag legt man sich verbindlich fest, für welche Zeiträume Elternzeit genommen wird. Eine Verlängerung oder vorzeitige Beendigung ist danach nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich. Wichtig: Befristete Verträge verlängern sich durch die Elternzeit nicht.

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