Wenn Oma häufig klingelt

von
09. Dezember 2008, 12:14 Uhr

Mischen sich die Großeltern ständig ungefragt in die Erziehung ein, helfen nur klare Worte. Manche Omas und Opas fühlen sich verantwortlich und wollen mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Dem kann man entgegenwirken, indem man klar sagt: "Ich nehme euren Rat gerne an, wenn ich danach frage", sagte Matthias Kaller, Leiter der Eltern-, Jugend- und Familienberatungsstelle für Landkreis und Stadt Ansbach (Bayern). Vor einem solchen Gespräch sollten sich die Eltern aber einig sein, wie viel Nähe der Großeltern sie gut finden. "Und dann ist der Partner besonders gefordert, dessen Eltern sich einmischen."    

Wird der Rat der Schwiegermutter abgelehnt, die Meinung der eigenen Mutter aber gern genommen, kann das Streit in der Partnerschaft provozieren. "Grundsätzlich ist es gut, wenn beide Großelternpaare gleich behandelt werden", sagte Kaller. Wohnen die Großeltern weiter weg und kommen häufig für mehrere Tage oder sogar Wochen zu Besuch, ist das zwar nett gemeint, kann den Familienalltag aber tüchtig durcheinanderbringen. "Auch dann sollte man ehrlich sagen: "Das wird uns zu viel", riet der Diplom-Psychologe. Wer sich vor einem solchen Gespräch scheut, der sollte zumindest den normalen Alltag leben. Werden Kuchen gebacken und aufwendige Gerichte aufgetischt, bedeute das zusätzliche Arbeit. Schließlich könnten Eltern den Großelternbesuch als Chance verstehen und für sich nutzen. Grundsätzlich sei es ja toll, wenn sich Großeltern einbringen: "Man muss nicht immer alles im Großfamilienverbund machen", sagte Kaller. "Die Großeltern können auch die Kinder einpacken und mit denen etwas unternehmen." Dann hätten die Eltern endlich mal wieder Zeit für sich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen