Haushalt : Waschen: Länger ist preiswerter

80 Euro pro Jahr kann eine vierköpfige Familie sparen, wenn sie auch nur die Hälfte ihrer Wäsche an der frischen Luft trocknet.
80 Euro pro Jahr kann eine vierköpfige Familie sparen, wenn sie auch nur die Hälfte ihrer Wäsche an der frischen Luft trocknet.

Beim Wäschewaschen kann eine Familie viel Geld versenken: wenn sie zu heiß wäscht oder zu kurze Waschgänge wählt.

svz.de von
06. Juli 2015, 23:35 Uhr

Zu heiß, zu leer, zu kurz – so lassen sich die größten Sünden beim Wäschewaschen zusammenfassen. Sie gehen ins Geld. Wer alte Gewohnheiten ablegt, kann bei der Wäsche viel sparen:

Regel 1

Je niedriger die Temperatur, desto preiswerter der Waschgang. „Mit den modernen Waschmitteln wird die Wäsche auch dann sauber, wenn sie nicht bei 60 oder 90 Grad gewaschen wird“, erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel.

Bleichmittel auf Sauerstoffbasis sorgen auch bei niedrigen Temperaturen für gute Ergebnisse. Einige sind schon ab 20 Grad aktiv, die meisten wirken ab 30 Grad gut und bei 40 Grad sehr gut. Eine Wäsche mit 90 Grad sei deshalb heute eigentlich nur noch nach einer exotischen ansteckenden Krankheit nötig, sagt Glassl. Allerdings sollte die Maschine mindestens einmal im Monat mit 60 Grad laufen, um eventuelle Bakterien in der Maschine abzutöten.

Die Regel lässt sich erweitern:  Immer einen Tick kälter waschen. „Auch wenn auf dem Etikett steht, dass das Teil bei 40 Grad gewaschen werden soll, verträgt es durchaus niedrigere Temperaturen“, erklärt Claudia Oberascher, Projektleiterin der Initiative Hausgeräte+. Leicht verschmutzte Wäschestücke werden trotzdem sauber.

Regel 2

Je länger, desto günstiger. „Eine Kurzwäsche braucht mehr Energie als eine Wäsche im Öko-Programm“, erklärt Oberascher. Denn die Maschine muss das Wasser in kürzester Zeit erhitzen, damit noch Zeit für den eigentlichen Waschvorgang bleibt. Ein Sparprogramm dauert allerdings schon mal drei Stunden und länger.

Regel 3

Je voller, desto besser. „Diese Regel gilt für robustere Textilien wie Handtücher, Bettwäsche, Hosen oder T-Shirts“, sagt Glassl. Empfindlichere Stücke brauchen Platz. Für sie gibt es spezielle Programme mit geringerer Füllmenge, was in der Gebrauchsanweisung extra angegeben ist.

Regel 4

 Nicht beim Waschmittel sparen. „Ein gutes Waschergebnis ist immer ein Zusammenspiel von Füllmenge, Waschmittel und dem gewählten Programm“, sagt Glassl. Auf den Verpackungen stehen daher Dosiervorgaben. „Aber Achtung: Sie beziehen sich noch auf Waschmaschinen mit einer Füllmenge von 4,5 Kilogramm, wie sie früher üblich waren“, betont Glass. „Wer eine Maschine mit 6, 8 oder mehr Kilogramm hat, muss umrechnen. Auf den meisten Verpackungen sind diese Angaben aber inzwischen auch enthalten.“ Oberascher empfiehlt einen Anruf beim Wasserwerk mit der Frage nach der Wasserhärte. „Hartes Wasser braucht viel mehr Waschmittel als weiches.“

Regel 5

Richtiges Sortieren verlängert die Lebensdauer der Textilien. Eine dunkle Socke im hellen Feinwaschgang kann die ganze Charge ruinieren. Auch ein falsches Waschmittel setzt empfindlichen Stücken zu. „Die Wäsche sollte zunächst nach Temperatur vorsortiert werden“, rät Elke Wieczorek, Bundesgeschäftsführerin des DHB-Netzwerks Haushalt. „Erst danach kommt die Unterscheidung nach Farben. Weiße und helle Stücke sowie dunkle Wäsche müssen separat gewaschen werden.“ Außerdem braucht etwa Funktionswäsche sowie Wolle und Seide besondere Waschmittel.

Regel 6

Möglichst nicht von Hand waschen. Einen Angora-Pulli im Waschbecken durchspülen ist nicht mehr nötig. „Die Handwaschprogramme der Waschmaschinen arbeiten viel schonender als eine falsch ausgeführte Handwäsche“, erklärt Glassl. Schon ein etwas zu starkes Auswringen per Hand kann empfindliche Textilien beschädigen. Und preiswerter ist die Maschinen-Handwäsche wegen der niedrigen Waschtemperatur oft auch.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen