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Eltern und Kind

25. November 2017 | 12:34 Uhr

Ratgeber: Familie : Voller Durchblick

vom
Aus der Onlineredaktion

Wie Eltern erkennen, ob mit den Augen ihrer Kinder alles in Ordnung ist.

svz.de von
erstellt am 11.Sep.2016 | 09:00 Uhr

Schon ein paar Mal hatte Claudia W. beobachtet, dass ihr Sohn Malte, fünfeinhalb Jahre alt, sich zum Fernsehschauen nicht auf das Sofa, sondern direkt vor den Fernseher setzte. Sie dachte sich zunächst nichts dabei. „Als das aber häufiger vorkam, fragte ich mich, ob etwas mit seinem Sehen nicht in Ordnung ist“, berichtet die 40-Jährige. Ein Besuch beim Augenarzt brachte Klarheit. Malte war kurzsichtig. Noch am selben Tag suchte er sich beim Optiker seine erste Brille aus.

„Kinder sehen die Welt mit anderen Augen. Schlechtes Sehen tut ihnen nicht weh. Deshalb beschweren sie sich nicht, wenn sie nicht optimal sehen. Sie nehmen es nicht bewusst wahr und empfinden es als normal, weil sie nicht vergleichen können“, sagt Augenärztin Dr. Silke Schnell. Umso wichtiger sei es, dass Eltern genau hinsehen und über mögliche Warnsignale Bescheid wüssten. „Eine nicht bemerkte Fehlsichtigkeit oder Augenerkrankung kann die gesamte kindliche Entwicklung beeinträchtigen.“ Rechtzeitige Vorsorgeuntersuchungen bieten die Chance, Störungen des Sehens früh auf die Spur zu kommen und sie therapeutisch auszugleichen. „Je älter ein Kind bei der Entdeckung ist, desto schwieriger wird es, die Sehschwäche vollständig zurückzubilden“, warnt die Ärztin. Am besten sei es, die Kleinen schon vor dem dritten Geburtstag in einer Augenarztpraxis vorzustellen. Dies sollte auch geschehen, wenn kein konkreter Hinweis auf eine Sehschwäche vorliegt. „Außerdem sollte vor dem Schulstart noch einmal augenärztlich abgeklärt werden, ob eine eventuelle Fehlsichtigkeit ausgeglichen werden muss“, empfiehlt Schnell.

Weitere augenärztliche Kontrollen während der Schulzeit sind ebenfalls sinnvoll, denn nicht selten entwickelt sich eine Kurzsichtigkeit erst zwischen dem achten und 15. Lebensjahr. Anzeichen für Sehprobleme zeigen sich oft in Alltagssituationen, zum Beispiel, wenn das Kind ständig den Kopf schief hält, sich die Augen reibt, zwinkert oder blinzelt. Leseunlust, Unlust beim Malen und Ausschneiden, schnelles Ermüden bei Konzentration oder Kopfschmerzen können ebenfalls auf eine Fehlsichtigkeit hindeuten. Auch Ungeschicklichkeiten und Ängstlichkeit sowie ein dichtes Herangehen an Heft und Schulbuch haben ihre Ursache möglicherweise in einer Sehschwäche. Dabei ist eine Kurzsichtigkeit eher zu erkennen als eine Weitsichtigkeit.

„Die Linsen von Kinderaugen sind sehr elastisch. Kinderaugen können daher die Weitsichtigkeit ausgleichen. Meist verschwindet sie durch das Wachstum der Augen von allein wieder. Bei einer stärkeren Weitsichtigkeit oder bei einer unterschiedlich starken Fehlsichtigkeit auf beiden Augen muss der Sehfehler aber durch eine Brille ausgeglichen werden“, erklärt die Augenärztin.

Sollte eine Brille beim Nachwuchs notwendig werden, tun Eltern gut daran, gleich eine Sportbrille mit zu besorgen. „Alltagsbrillen bergen Risiken, wenn Kinder sie beim Sport tragen. Trifft beispielsweise ein Ball versehentlich die Brille, kann sie zerbrechen, scharfe Kanten können die Kinder verletzen. Eine bruchsichere Sportbrille sorgt für einen sicheren Durchblick und schützt die Augen vor Verletzungen“, empfiehlt die Ärztin.

Claudia W. ist froh, dass Malte noch vor dem Schulanfang seine neue Brille bekam. „Ich war positiv überrascht, wie schnell er sich an sie gewöhnt hat. Nur beim Putzen der Gläser helfe ich ihm. Das vergisst er immer noch“.

>> Weitere Infos im Internet unter www.kindundsehen.de, www.augeninfo.de, www.sehen.de



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