U1 bis U9 – Was wird bei den Vorsorgeuntersuchungen gemacht?

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18. September 2012, 02:45 Uhr

U1
Diese Untersuchung erfolgt bereits wenige Minuten nach der Geburt. Der Arzt oder die Hebamme schauen sich unter anderem die Atmung des Kindes, seinen Puls, den Grundtonus, das Aussehen und seine Reflexe an. Das ist der sogenannte Apgar-Test. Das Wort setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der untersuchten Faktoren zusammen. Der Test gibt Aufschluss darüber, wie das Baby die Geburt überstanden hat und ob es sich gut an die neue Umgebung anpasst. Außerdem wird es gemessen, gewogen und auf Fehlbildungen hin untersucht.

U2
Diese Untersuchung steht zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag an. Sie wird also meistens noch in der Klinik durchgeführt. Mütter, die ambulant oder nicht in einer Klinik entbunden haben, müssen für die Untersuchung in eine Kinderarztpraxis gehen. Die Ärzte schauen sich unter anderem an, ob das Baby eine Neugeborenengelbsucht hat, die Hüftgelenke in Ordnung sind und sein Herz richtig schlägt. Außerdem tasten sie den Bauch ab, kontrollieren den Nabel und das Hörvermögen und sie nehmen Blut ab, um es auf Stoffwechselerkrankungen hin zu untersuchen.

U3
Diese Untersuchung ist zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche vorgesehen. Hier liegt das Hauptaugenmerk darauf, wie das Baby sein Gewicht verändert hat und ob seine Reflexe funktionieren. In diesem Zeitraum werden auch die Hüften mit Ultraschall untersucht. Das macht jedoch in der Regel nicht der Kinderarzt, sondern ein Orthopäde in einem gesonderten Termin. Das soll ausschließen, dass eine angeborene Fehlstellung der Hüften übersehen wird.

U4
Jetzt ist das Baby drei bis vier Monate alt. Nun wird unter anderem geschaut, ob es lächelt, Gegenstände mit den Augen verfolgt, seinen Kopf schon selbst halten kann und mit ihm Geräuschen folgt und ob es seine Fingerchen zum Spielen benutzt. Wie bei jeder „U“ wird das Baby außerdem gemessen und gewogen.

U5
Drückt sich das Baby mit seinen Ärmchen nach oben, wenn es auf dem Bauch liegt? Wie reagiert es auf Reize? Dreht es sich schon allein auf den Bauch? Fremdelt es? Schielt das Baby? Greift es nach Gegenständen? All das sind Aspekte, die der Kinderarzt diesmal im Blick hat. Auch das Thema Beikost kommt jetzt auf den Tisch. Die U5 findet im sechsten oder siebten Lebensmonat statt.

U6
Wenn diese Untersuchung ansteht, ist das Kind etwa ein Jahr alt. Ein wichtiger Bestandteil bei diesem Termin ist die sprachliche Entwicklung. Bildet es schon zweisilbige Laute wie dada? Sagt es schon Papa oder Mama? Außerdem schaut der Arzt nach dem sogenannten Pinzettengriff – also ob das Kind kleine Gegenstände mit Daumen und Zeigefinger greifen kann, so, als ob es ein Krümel aufheben wolle.
Auch die körperliche Entwicklung spielt eine Rolle: Zieht sich das Kind allein hoch? Geht es an der Hand oder an Möbeln entlang? Kann es allein und mit geradem Rücken sitzen?

U7
Jetzt ist das Kind zwischen 21 und 24 Monate alt und die U6 ist ungefähr ein Jahr her. Der Arzt schaut sich nun unter anderem an, ob das Kind allein laufen und sich bücken kann. Kann es Treppensteigen? Kleine Anweisungen befolgen? Hört und sieht es gut? Mit Steckspielen prüft er, wie gut die Feinmotorik ausgeprägt ist. Viele Kinder sprechen jetzt auch Zweiwortsätze.

U7a
Um den Abstand zur nächsten Untersuchung, der U8, zu verkürzen, wurde vor ein paar Jahren die U7a eingeführt, denn auch mit drei Jahren machen die Kinder noch viele wichtige Entwicklungsschritte. Nun können die Kinder unter anderem zeigen, ob sie auf einem Bein stehen, rückwärts gehen und auf Hacken bzw. Zehenspitzen gehen können. Ein Sehtest gehört ebenso zur Untersuchung wie ein Hörtest. Der Arzt spricht mit dem Kind, um zu sehen, wie es sich sprachlich ausdrücken kann. Er tastet den Bauch ab, nimmt eine Urinprobe, hat ein Augenmerk auf das Gewicht und prüft den Impfstatus. Bei der U7a sind die Kinder ungefähr drei Jahre alt.

U8
Bei dieser Untersuchung ist das Kind dreieinhalb bis vier Jahre alt. Den Arzt interessiert jetzt unter anderem, ob sich das Kind bereits allein an- und ausziehen kann, wie sich seine Sprache entwickelt hat oder wie geschickt es ist. Wie bei jeder U-Untersuchung wird es auch gemessen und gewogen.

U9
Nun kommt das Kind bald in die Schule. Der Arzt schaut deshalb unter anderem, wie gut sich das Kind verständigen kann, wie ausgeprägt sein Sozialverhalten ist, ob es gut hören und sehen kann, ob es sich längere Zeit auf eine bestimmte Sache konzentrieren und auf einem Bein hüpfen kann. Blutdruck wird gemessen, Urin untersucht. Schließlich schaut sich der Arzt noch alle Organe und die Körperhaltung an. Wenn die Befunde der U9 in das gelbe Kinderuntersuchungsheft eingetragen sind, ist es voll.

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