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Fit für den Klausuren-Stress : Tipps und Tricks zum Lernen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor den Ferien jagt oft eine Klausur die nächste / So können Eltern ihren Kindern helfen, zwischen Vokabeln und Mathe zu bestehen

von
erstellt am 24.Mai.2016 | 19:30 Uhr

Montag Mathe, Mittwoch Erdkunde und am Freitag noch Latein: Mit dem Ausblick auf so eine Klausurenwoche graut es vielen Schülern. Jetzt heißt es Büffeln, um den Prüfungsmarathon zu bestehen. Aber womit anfangen? Wie wird der Stoff am cleversten bearbeitet?

Stella Asch, Inhaberin des Instituts „Die Lernexperten“ in Gießen, empfiehlt ein sehr gezieltes und geplantes Vorgehen. Der erste Schritt: Sich einen Überblick über die erforderlichen Lerninhalte zu verschaffen. Was wurde in der letzten Klausur abgefragt? Welcher Stoff ist seitdem dazugekommen? „Bei jüngeren Kindern können Eltern mit in Fachbücher, Mappen und Hausaufgaben schauen und eine Liste der neuen Lerninhalte erstellen.“

Sobald die Lernfelder bekannt sind, sollten diese in wohl dosierte Häppchen gepackt werden, sagt Birgit Ebbert, Lernbegleiterin aus Hagen. „Erstellen Sie gemeinsam mit dem Kind ein Timetable, auf dem genau vermerkt ist, welche Themen an welchen Tagen dran sind.“ Zwei Wochen im Voraus seien für die Vorbereitung in der Mittelstufe ideal, um eine Überforderung zu vermeiden. „So kann man jeden Tag rund eine Stunde Lernen einplanen und das Wochenende frei lassen.“

Pausen und Freizeit sind wichtig, um dem Gehirn Zeit für Erholung und Verarbeitung der neuen Lerninhalte zu geben. „Einen Tag vor der Klausur selbst sollte sich das Kind am besten gar nicht mehr mit dem Thema beschäftigen“, sagt Asch. Sie rät außerdem dazu, Lerninhalte möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Das heißt: besser nicht drei Tage hintereinander nur Lateinvokabeln pauken. Ihr Tipp: Beispielsweise eine Viertelstunde Vokabeltraining mit einer Portion Mathe oder Geschichte kombinieren. „Mit Abwechslung lernt es sich leichter.“

Jahreszahlen, Vokabeln, physikalische Gesetze – manche Lerninhalte sind so sperrig, dass sie einfach nicht in den Kopf wollen. Gunther Karsten ist Gedächtnissportler und Buchautor. Er hält die klassische Lernmethode, hinsetzen und auswendig lernen, für Unfug: „Die Schüler vergessen die Sachen schnell wieder, und langfristig bleibt nicht viel erhalten.“ Er empfiehlt Schülern, sich mit Techniken aus dem Gedächtnissport vertraut zu machen, etwa mit der Loci-Methode.

Grundlage ist eine Route aus verschiedenen Haltepunkten, beispielsweise vom Bett über den Flur zur Küche an den Frühstückstisch, ins Bad, zum Kleiderschrank und bis zum Schulbus.

Diese wird dann im Geist mit Lerninhalten verknüpft, etwa mit Fachbegriffen oder Namen aus der Physik. Durch die Gravitationskraft wird das Bett an den Boden gesaugt, auf dem Flur versperrt eine „new ton“ (engl. für Neue Tonne) den Weg, als einprägsames Mentalbild für den berühmten Physiker Newton.

Manche Kinder lernen am besten, wenn sie den Stoff auf Karteikarten aufschreiben und immer wieder durchlesen. „Hier spricht man dann vom visuellen Lerntyp“, erklärt Birgit Ebbert. „Andere lernen am besten, wenn sie viel darüber sprechen, sie lernen dann eher auditiv.“ Stella Asch empfiehlt das mehrkanalige Lernen: „Zum Beispiel etwas aufschreiben und laut vorlesen.“

Besonders effektiv sind Lerngruppen, in denen sich die Schüler gegenseitig auf die Klausur vorbereiten. „Man lernt tatsächlich am besten, wenn man selbst auch lehrt“, erklärt Asch. Auch Eltern könnten diesen Effekt nutzen und sich von ihrem Kind einfach physikalische Gesetze und Matheformeln erklären lassen. „Um gemeinsam zu lernen, muss aber die Beziehung stimmen“, sagt Ebbert. „Wenn man sowieso nur Streit hat, macht es eher keinen Sinn.“ Zum Abfragen und Korrigieren sollten dann lieber ältere Geschwister oder Oma und Opa eingesetzt werden.

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