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Herbst-Aktivitäten : Tipps für Drachenzähmer

vom
Aus der Onlineredaktion

Im Herbst wird es am Himmel bunt. Aber wie steigt der Drachen gut und tanzt schön am Himmel? Ein paar Tipps für Anfänger.

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Drachen ist nicht gleich Drachen: Das Angebot ist zwar groß, aber nicht jeder Drachen ist für jeden Wind und jeden Bändiger geeignet. Vor allem Anfänger sind schnell frustriert, wenn der schöne neue Lenkdrachen gar nicht erst zum Aufsteigen zu bewegen ist oder macht, was er will. Mit ein bisschen Know-how ist das Drachenzähmen aber ein Kinderspiel.

Anfänger machen oft den Fehler, zu kleine Drachen zu kaufen. Einsteiger sollten lieber größere Drachen mit rund 150 Zentimetern Spannweite und mehr wählen, weil diese sehr viel gutmütiger reagieren und sich so leichter beherrschen lassen als die hektischer fliegenden Kleindrachen. Der Leine kommt darüber hinaus eine entscheidende Bedeutung zu. Für klassische Einleiner sind Polyesterleinen ideal, die sich bis zu 30 Prozent dehnen lassen, um Windstöße abzufedern. Der Drachen fliegt so sehr viel ruhiger. Für Lenkdrachen hingegen eignen sich besonders gut Leinen aus Hochmodulpolyäthylen (HMP) oder auch Aramid- beziehungsweise Kevlarleinen, die sich in der Länge kaum verändern und den Drachen so direkter lenken lassen. Auch die Länge der Leine spielt eine Rolle. Lenkdrachen lassen sich am besten mit 20 bis 30 Meter langen Leinen beherrschen, für alle anderen darf es ruhig etwas mehr sein.

Vor allem Lenkdrachenbesitzer kommen oft in die Versuchung, mit den bloßen Fingern regulierend in die Leine zu fassen. Das kann zu bösen Verbrennungen und Schnitten führen. Ohne geeignete Handschuhe sollte man das auf keinen Fall tun. Klar sein dürfte hingegen, dass man Drachen nur auf einem großen geeigneten Gelände steigen lässt, 250 Meter Platz im Rücken sollten es sein. In der Nähe von Gebäuden, Tierweiden, Straßen, Bahnschienen und Hochspannungsleitungen sollte man den Drachen nicht steigen lassen. Auch über den Köpfen von Passanten oder Tieren darf nicht geflogen werden, denn ein abstürzender Drachen kann ungeheure Kräfte entfalten und sogar ein Autodach durchschlagen.

Nicht jeder Drachen ist für jede Windstärke geeignet. Im Allgemeinen wird sich die vom Hersteller empfohlene Windgeschwindigkeit auf der Verpackung finden. Es gibt Modelle, die ganz ohne Wind sogar in der Halle fliegen, wie die Indoorkites (der Pilot läuft und hält den Drachen so in der Luft) bis hin zu Modellen für Profis, die auch für Starkwind geeignet sind. Im Allgemeinen eignet sich der Wind bis etwa 30 km/h Geschwindigkeit gut zum Drachenfliegen. Das ist in etwa der Bereich, in dem Gräser und dünne Zweige beginnen, sich zu bewegen, bis hin zu jenem, an dem Laub laut rauscht, Äste sich vom Wind biegen und Baumkronen wippen.

Es beginnt beim Start: Anstatt den Drachen hochzuwerfen, sollte man ihn mit gleichmäßigem Zug hochziehen, eventuell dabei noch zwei bis drei Schritte zurückgehen. Lenkdrachenbesitzer machen darüber hinaus oft den Fehler, gleich nach dem Start hektisch an den Leinen zu reißen und anspruchsvolle Figuren fliegen zu wollen. Am Anfang genügt es aber vollkommen, die Leinen mit Bedacht zu betätigen. Der Absturz ist sonst programmiert. Drachen müssen aber nicht abstürzen, man kann sie auch ganz normal und materialschonend landen lassen, indem man ihnen reichlich Leine gibt. Scheint der Absturz unausweichlich, hilft es oft, die Arme nach vorn zu reißen und einige Schritte auf den Drachen zuzugehen. Einer der größten Fehler ist es aber, nach den ersten enttäuschenden Flugversuchen gleich an der Einstellung zu fummeln.

Mit dem Verschieben des sogenannten Waagerings lässt sich der Drachen einstellen. Er befindet sich dort, wo die Leine am Drachen befestigt ist. Oftmals ist diese Stelle an der Leine farblich markiert, um die Grundeinstellung auch nach dem Verstellen wiederzufinden. Diese Waageringe sollten immer nur im Millimeterbereich verstellt werden. Allgemein lässt sich sagen, dass das Verschieben in Richtung Schwanz eine größere Flugstabilität einbringt, das Verschieben in Richtung Nase größeren Auftrieb. Auch wenn der Drachen am Himmel schnelle enge Kreise zieht, muss der Waagering zum Schwanz hin verschoben werden. Der Schwanz kann helfen, die Flugstabilität zu erhöhen. Er sollte möglichst leicht sein, dafür darf er aber ruhig etwas länger ausfallen. Manchmal hilft aber alles nichts und der Drachen fliegt ganz unkontrolliert oder dreht enge Kreise. Dann lohnt es sich, die Symmetrie der Waageringe und Leinen sowie den korrekten Sitz der Gestänge zu überprüfen.

 

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