Krankenversicherung für das Kind : Privat oder gesetzlich?

Ausschlaggebend dafür sind die bestehenden Krankenversicherungen und gegebenenfalls die Einkommen der Eltern.

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20. September 2012, 03:36 Uhr

Ausschlaggebend dafür sind die bestehenden Krankenversicherungen und gegebenenfalls die Einkommen der Eltern.

Sind Mutter und Vater miteinander verheiratet, gilt Folgendes:

Beide sind gesetzlich versichert:
In diesem Fall wird das Kind bei den Eltern in der gesetzlichen Kasse kostenlos familienversichert. Gehören die Eltern unterschiedlichen gesetzlichen Krankenkassen an, können sie frei wählen, bei welcher ihr Kind versichert werden soll. „Dabei spielt keine Rolle, ob die Eltern freiwillig oder pflichtversichert sind“, sagt Heike Schmedemann von der Techniker Krankenkasse. In beiden Fällen fallen mindestens bis zum 18. Geburtstag keine eigenen Beiträge für die Kinder an. Ausnahme: Das Kind hat eigene Einnahmen zum Beispiel aus einer Halbwaisenrente oder durch Kapitaleinkünfte aus einem Erbe. In diesem Fall muss es extra versichert werden und entsprechend eigene Beiträge zahlen.

Beide Elternteile sind privat versichert:
Unter diesen Voraussetzungen muss auch das Kind privat versichert werden. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen gibt es keine Familienversicherung. Für den Nachwuchs fallen somit von Anfang an eigene Versicherungsbeiträge an.

Ein Elternteil ist privat versichert, der andere gesetzlich:
In diesem Fall ist das Einkommen des privat Versicherten ausschlaggebend. Im Wesentlichen gibt es zwei Varianten:

  • Erstens: Übersteigt das Einkommen der privat versicherten Person die jährliche Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 50850 Euro brutto im Jahr bzw. 4237,50 Euro brutto im Monat, muss das Kind privat versichert werden. Heike Schmedemann: „Ist das Elternteil nicht selbstständig, sondern steht in einem Beschäftigungsverhältnis, zahlt der Arbeitgeber die Hälfte der Versicherungskosten für das Kind.“

  • Zweitens: Liegt das Einkommen der privat versicherten Person unterhalb der Bemessungsgrenze, kann das Baby auch beitragsfrei bei dem Elternteil der gesetzlichen Versicherung mitversichert werden


Für nicht miteinander verheiratete Paare gilt:

Sind die Eltern nicht verheiratet, so ist das Versicherungsverhältnis der Mutter ausschlaggebend für das Kind. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Baby den Nachnamen des Vaters trägt oder das Sorgerecht gemeinsam ausgeübt wird. Heiraten sie später doch noch, gelten dann die oben beschriebenen Regelungen. „Unter Umständen kann das dazu führen, dass das Kind dann aus der gesetzlichen Versicherung herausfällt und privat krankenversichert werden muss“, sagt Heike Schmedemann.
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