Babymassage : Mit Mamas sanften Händen

Laura genießt: Wenn das Baby sechs Wochen alt ist, können Eltern mit der Massage beginnen.
Laura genießt: Wenn das Baby sechs Wochen alt ist, können Eltern mit der Massage beginnen.

Babymassage hilft Eltern, in Berührung mit ihrem Kind zu bleiben. In speziellen Kursen erfahren sie, wie es geht.

von
01. November 2015, 09:00 Uhr

Melanie Blendien zieht ihre zwölf Wochen alte Tochter Laura aus und legt sie auf eine Matte. Vor Lauras Gesicht verreibt sie einige Tropfen Mandelöl in ihren Händen. Ein Ritual, mit dem sie dem Baby signalisiert, dass es gleich losgeht. „Darf ich dich massieren?“, fragt sie. Laura antwortet mit einem fröhlichen Lächeln.

Melanie Blendien nimmt an einem fünfwöchigen Babymassage-Kurs teil. Behutsam legt sie nun ihre Hände auf Lauras Bauch und beginnt unter der Anleitung von Kursleiterin Marthe Alexandra Lettow (Foto) mit einer sanften Massage. „Ein Baby hat ein besonderes Bedürfnis nach Berührung, Wärme und Liebe. Über Berührung erlebt es sie sich und seine Welt. Die Babymassage ist eine schöne Möglichkeit, mit dem Kind in Berührung zu bleiben“, erklärt die Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie hat eine Ausbildung bei der Deutschen Gesellschaft für Babymassage (DGBM) absolviert. Vermittelt wird hier eine Babymassage, die von der Amerikanerin Vimala Schneider McClure entwickelt wurde. Sie enthält Elemente der indischen und schwedischen Streichmassage, Aspekte der Reflexzonentherapie sowie Entspannungsübungen aus dem Yoga. Kinderreime, Singspiele und Lieder unterstützen die Massage.

„Die Übungen entspannen nicht nur, sondern helfen lindernd bei Blähungen und Koliken. Außerdem erleichtern sie das Ein- und Durchschlafen“, informiert Lettow. Doch Babymassage kann weit mehr. „Die Berührungen reduzieren innere Spannungen, stimulieren das zentrale Nervensystem und fördern die kindliche Körperwahrnehmung. Eltern gewinnen durch sie an Sicherheit im Umgang mit ihrem Säugling. Durch liebevolle Achtsamkeit lernen sie, seine nonverbale Sprache zu verstehen und auf seine Bedürfnisse einzugehen. So wird auch das Urvertrauen des Kindes ausgebildet und gestärkt“, erläutert die Kursleiterin.

Melanie Blendien weiß mittlerweile genau, welche Berührungen Laura mag und welche ihr weniger gefallen. Das berücksichtigt sie, denn das Motto der Babymassage lautet stets: Berührung mit Respekt. Deshalb beginnt die Massage erst, wenn das Baby mit Körpersignalen zeigt, dass es bereit dafür ist. Wenn es weint oder schläft, wird nicht massiert. „Auf diese Weise erfährt das Kind, dass seine Bedürfnisse respektiert werden und kann ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen“, führt Lettow aus. Im Kurs sei es übrigens okay, wenn das Baby lieber ein Nickerchen macht, nur herumschauen möchte oder an der Brust von Mama seinen Hunger stillt. „Hier darf jeder so sein, wie er ist.“

Bereits nach den Geburten ihrer Söhne Lukas (7) und Kevin (5), machte Melanie Blendien durchweg positive Erfahrungen mit der Babymassage. „Meine beiden Großen hatten Dreimonatskoliken. Mit den Massagen konnte ich ihnen Erleichterung verschaffen“, blickt sie zurück. Deshalb besucht sie nun auch mit Laura einen Kurs. „Meine Tochter findet das super. Und wenn sie sich freut, freue ich mich gleich mit.“

Zum Weiterlesen: „Babymassage – Praktische Anleitung für Mütter und Väter“ von Vimala Schneider, Kösel Verlag, 14,95 Euro, ISBN 978-3-466-34452-9; Internet: www.dgbm.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen