Gründe fürs Heiraten : Liebe und Co.: Irrtümer über die Ehe

Nicht nur romantisch: Die Ehe hat rechtliche Folgen.
Nicht nur romantisch: Die Ehe hat rechtliche Folgen.

In juristischer Hinsicht machen sich viele falsche Vorstellungen über die Ehe. Vor einer Hochzeit sollten sich daher Paare gut informieren.

von
27. April 2019, 16:00 Uhr

Berlin | Nicht nur der Liebe wegen sagen Paare Ja zueinander. Eine Hochzeit bringt auch rechtliche und steuerliche Vorteile. Doch Irrtümer über die Ehe sind verbreitet. Wichtige Irrtümer im Check:

Stimmt es, dass Ehepaaren alles gemeinsam gehört?

Nein, einem Ehepaar gehört nicht automatisch alles gemeinsam. „Jeder behält sämtliche Vermögensgegenstände, die er in die Ehe mitbringt“, erklärt Eva Becker. Die Berliner Fachanwältin für Familienrecht ist Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein. Auch Vermögensgegenstände, die ein Partner während der Ehe unter seinem Namen erwirbt, sind sein Eigentum. „Wird die Ehe geschieden, dann wird ein Zugewinnausgleich durchgeführt“, sagt Becker. Dabei geht es darum, einen Ausgleich zwischen den Vermögen der Ehepartner zu schaffen.

Bedeuten getrennte Konten auch Gütertrennung?
„Das ist falsch“, sagt Dominik Hüren von der Bundesnotarkammer. Ob die Ehegatten getrennte Konten führen oder ein gemeinsames Konto einrichten, hat auf ihren Güterstand keine Auswirkungen. Gütertrennung gilt nur dann, wenn die Eheleute dies in einem notariellen Ehevertrag vereinbart haben. In Bezug auf die Trennung beider Vermögen der Ehegatten bestehen zwischen der Gütertrennung und der ohne Ehevertrag geltenden Zugewinngemeinschaft allerdings keine Unterschiede. In beiden Fällen bleiben die Vermögen der Ehegatten getrennt. Der Unterschied: Bei der Gütertrennung erfolgt im Falle einer Scheidung keine Teilhabe an dem Vermögen des anderen Partners durch einen Zugewinnausgleich.

Kann jeder Ehepartner verkaufen, was er will?

Im Prinzip ja. Eine Ausnahme gilt, wenn das Geschäft einen Vermögensgegenstand betrifft, der nahezu das gesamte Vermögen des veräußernden Ehegatten ausmacht. Das kann vor allem bei einer Immobilie der Fall sein. Hierzu muss der Ehegatte die Zustimmung des Partners einholen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Vermögensgegenstände vor oder nach der Hochzeit erworben wurden. „Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass ein Ehegatte der Familie ohne Zustimmung seines Partners die wirtschaftliche Basis entzieht“, erläutert Hüren. Zugleich dient die Zustimmungserfordernis dem Schutz des potenziellen Zugewinnausgleichs des Partners im Falle einer Scheidung.

Bin ich versorgt, wenn dem Partner etwas zustößt?
„Das kommt drauf an“, sagt der Münchner Fachanwalt für Erbrecht, Paul Grötsch. Hat der verstorbene Partner eine Lebensversicherung abgeschlossen, dann kann der Hinterbliebene gut versorgt sein. Vorausgesetzt: Das ausgezahlte Kapital ist hoch genug und der Hinterbliebene ist im Versicherungsvertrag als Bezugsberechtigter genannt. Unter bestimmten Voraussetzungen hat der hinterbliebene Partner auch Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente. Dazu muss die Ehe mindestens ein Jahr Bestand haben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen