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Eltern und Kind

23. November 2017 | 19:57 Uhr

Baby und Hund : Kleine Füße, große Tatzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neugeborenes und tierischer XXL-Begleiter – kann das funktionieren?

Ein riesiger Vierbeiner und ein winziges Baby, wer beides hat, zieht so manchen schiefen Blick auf sich. „Unverantwortlich“ steht vielen auf der Stirn geschrieben. „Das ist überhaupt kein Problem“, sagt Hundetrainerin Sonja Kubovcsik (Foto). Doch damit die Kombi gelingt, sollten ein paar Regeln eingehalten werden.


Wenn bereits ein Hund da ist und sich dann ein Baby ankündigt, was sollte man tun, um von Anfang an einen guten Start zu haben?
Der Hund sollte in alle Schwangerschaftsvorbereitungen mit einbezogen werden. Zum Beispiel sollte er am Bauch, am Kinderwagen und an allen neuen Möbeln für das Kinderzimmer schnuppern dürfen. Außerdem kann man seinen Hund mit zu Freunden oder Familienmitgliedern mitnehmen, die schon ein Baby haben. Das Fatalste wäre, dem Hund weniger Aufmerksamkeit als vorher zu schenken oder ihn vom Kinderzimmer fern zu halten. Im schlimmsten Fall wird das Neugeborene dann schon negativ wahrgenommen, bevor es überhaupt auf der Welt ist.

 

Wie sollte der erste Kontakt mit dem Neugeborenen gestaltet werden?

Am besten gibt man dem Hund, bevor das Neugeborene nach Hause kommt, etwas Getragenes vom Baby, damit der Geruch nicht mehr fremd ist. Der Erstkontakt sollte dann ausgiebiges Schnüffeln am Baby sein, sofern der Hund das möchte, natürlich in den Armen der Eltern. Auch ist es wichtig, dass man selbst ruhig ist, da Hunde ja bekanntlich unsere Gefühle widerspiegeln.

 

Welche Kommandos sind jetzt wichtig?
Man muss für ein Neugeborenes keine neuen Befehle einführen, allerdings sollte der Hund Grundkommandos wie „Nein“ oder „Aus“ kennen und gelernt haben, gewisse Tabuzonen zu akzeptieren und einzuhalten. Damit Kommandos nicht ständig im Kontakt mit dem Baby gebraucht werden, ist es schön, dem Hund nach dem „Nein“ oder „Aus“ eine Alternativbeschäftigung zu geben. Wie zum Beispiel das Suchen von Leckerlies, während das Baby gestillt wird.

 

Welche Hygieneregeln sollte man einhalten?

Hunde trainieren das Immunsystem von Babys ungemein und Studien haben sogar ergeben, dass Kinder, die mit einem Hund aufwachsen, deutlich weniger anfällig für Allergien sind. Händewaschen nach dem Streicheln und Füttern ist also vollkommen ausreichend, bevor man das Baby anfasst.

Welche Impfungen sollte der Hund haben?
Eine Grundimmunisierung des Hundes mit Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Tollwut im Welpenalter ist vollkommen ausreichend.

Ist es überhaupt sinnvoll Hund und Baby zusammenzubringen?
Definitiv! Es gibt nichts Schöneres für ein Kind, als mit einem Hund oder generell mit einem Haustier aufzuwachsen. Studien belegen, dass Babys, die mit Hunden aufwachsen, früher das Sprechen lernen. Mit zunehmendem Alter kann man Kleinkindern außerdem das Einhalten von Grenzen und Regeln beibringen.

Gibt es Rassen, die sich gut eignen, und von welchen würden Sie als Hundetrainerin eher abraten?
Nicht die Rasse, sondern die Sozialisierung des Hundes spielt eine wichtige Rolle. Wenn ein Hund nie den Umgang mit Babys oder Kindern gelernt hat oder schlimmstenfalls bereits schlechte Erfahrungen mit ihnen gesammelt hat und verknüpft, braucht man natürlich viel mehr Zeit an die Gewöhnung. Optimal ist es, einen Hund auszusuchen, über den man möglichst viel weiß, auch und besonders darüber, wie er die ersten Lebenswochen verbracht hat.

 

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