Freizeitdefizite : Job und Freizeit in Balance bringen

Wenn Beschäftigte vor lauter Arbeit nicht mehr weiterwissen, ist es höchste Zeit, die Work-Life-Balance zu überprüfen.
Wenn Beschäftigte vor lauter Arbeit nicht mehr weiterwissen, ist es höchste Zeit, die Work-Life-Balance zu überprüfen.

Viele kennen das Gefühl, nur zu schuften und kein Leben mehr zu haben / Experten geben Tipps, wie der Spagat gelingen kann

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09. März 2015, 11:45 Uhr

Die nächsten Aufträge, Akten oder Bestellungen kommen bestimmt! Am Arbeitsaufkommen können Mitarbeiter häufig nichts machen. Doch ein zu knackiges Pensum sorgt für Freizeitdefizite. So gelingt es, das Pensum zu drosseln und die freien Stunden zu genießen:

Am Balance-Rad drehen
Wenn die Arbeit sehr viel Raum einnimmt, sollten Mitarbeiter sich regelmäßig Zeit nehmen, ihre Prioritäten zu überprüfen, rät Anja Hume. Sie ist Karriereberaterin und Balancecoach aus Düsseldorf. Ihr Tipp: Ein Life-Balance-Rad erstellen. Dafür einen großen Kreis malen und diesen mit dem Stift in acht Tortenstücke unterteilen. Jedes Tortenstück steht für einen Lebensbereich: Beruf, Familie, Partnerschaft, Freunde, Freizeit, Persönliche Entwicklung, Spiritualität, Körper, Zuhause. „Malen Sie aus, wie zufrieden Sie mit jedem Tortenstück momentan sind“, erklärt sie. „Das fertige Life-Balance-Rad führt Ihnen sehr genau vor Augen, ob Ihr Leben mit Ihren Bedürfnissen übereinstimmt.“

Fitness auf Arbeitsweg
Bei einem Vollzeitjob halten Mitarbeiter Freizeitaktivitäten unter der Woche am besten so unkompliziert wie möglich, sagt Stella Cornelius-Koch. Sie ist Expertin zum Thema Stressbewältigung und Sachbuchautorin zum Thema. „Wenn man sich nach Feierabend noch für eine lange Fahrt zum Fitnessstudio aufraffen muss, ist die Motivation meistens gering.“ Ideal sei es, Bewegung direkt mit der Arbeit zu verbinden, etwa den Arbeitsweg mit dem Rennrad zurückzulegen.

Zeit für sich selbst
Erst der Job, dann die Familie, der Haushalt, der Einkauf, die Freunde... Die Liste könnte noch beliebig weitergehen. Was häufig fehlt ist: Zeit für sich selbst. Warum sich nicht einmal bewusst zum Date mit sich selbst verabreden? „Überlegen Sie sich Dinge, auf die Sie wirklich Lust haben“, rät Cordula Nussbaum. Sie ist Expertin für Zeitmanagement. Das können ganz unterschiedliche Aktivitäten sein: ein Abend in der warmen Badewanne oder ein Kinofilm. „Wichtig ist, den Termin fest im Kalender zu notieren und ihn konsequent wahrzunehmen.“

Mehr Delegieren
Bloß niemanden belasten oder den Eindruck erwecken, das Pensum nicht zu schaffen: Es gibt viele Gründe, weshalb manche versuchen, alles selbst auf die Reihe zu bekommen. Doch es ist wichtig, auch mal abzugeben. „Übertragen Sie Aufgaben, bei denen es nicht wichtig ist, dass Sie sich höchstpersönlich darum kümmern, auch mal an andere“, sagt Nussbaum.

Pflicht und Kür trennen
Neben dem täglichen Pflichtpensum gibt es auf der To-do-Liste immer noch eine Menge Aufgaben mit rotem Ausrufezeichen, die für ein ständig schlechtes Gewissen sorgen. Cordula Nussbaum rät, sich von diesem ewigen „Ich muss“-Druck zu befreien. Ihr Tipp: Eine reisende To-do-Sammlung. „Notieren Sie sich Ihre weiterreichenden Ideen und Aufgaben in einer Kladde, einem Word-Dokument oder einer App – unabhängig vom täglichen Pflichtkalender.“ Daraus können Berufstätige sich dann bei Gelegenheit herauspicken, wofür gerade Zeit ist.

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