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Eltern und Kind

22. Oktober 2017 | 23:13 Uhr

Erziehung : Hinein ins Wasser!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kinder sollten schon früh schwimmen lernen

Schwimmen ist gesund und macht Spaß. Es ist nach Radfahren die zweitbeliebteste Sportart der Deutschen. Doch die Schwimmfähigkeit der Kinder im Grundschulalter ist laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts forsa ungenügend. „Im Durchschnitt besitzen nur 40 Prozent der Sechs-bis Zehnjährigen ein Jugendschwimmabzeichen und können somit als sichere Schwimmer bezeichnet werden“, erklärt Sprecher Achim Wiese von der DLRG-Bundesgeschäftsstelle (Foto links). Deshalb plädiert er dafür, Kinder so früh wie möglich an das Wasser heranzuführen. Dies diene der Sicherheit und sei der beste Schutz vor Ertrinkungsunfällen.

„Bereits ab vier bis fünf Jahren können sie mit dem Schwimmunterricht anfangen“, empfiehlt er. Spätestens wenn die Kinder die Grundschule verlassen, sollten sie schwimmen können.

Der Fachmann bedauert, dass vielerorts der Schwimmunterricht vom Stundenplan gestrichen wurde und zunehmend öffentliche Bäder dem Rotstift zum Opfer fallen. „Rund 25 Prozent der Grundschüler haben so keinen Zugang zu einem Schwimmbad mehr“, gibt er zu bedenken. Weite Anfahrtswege, fehlende Schwimmlehrer und Zeit- und Geldmangel der Eltern sorgten ebenfalls dafür, dass Kinder häufig nicht mehr schwimmen lernen. Mit fatalen Folgen. Die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache bei Kindern bis 15 Jahren ist Ertrinken.

Familienbildungsstätten der Arbeiterwohlfahrt haben schon Schwimmangebote für Babys und Kleinkinder bis zu drei Jahren im Programm. Sie sind immer blitzschnell ausgebucht. Man bietet für Säuglinge ab drei Monaten in einer Praxisklinik den Kurs „Schwimmspaß“ an, bei dem die Kleinsten mit Mama oder Papa das Element Wasser bei angenehmen 32 Grad entdecken können. Im Vordergrund stehen dabei die Freude an der natürlichen Bewegung und der Spaß am Planschen. „Sportmediziner haben festgestellt, dass sich der Aufenthalt im Wasser positiv auf die gesamte kindliche Entwicklung auswirkt. Mit der Wassergewöhnung werden insbesondere die sensorischen Fähigkeiten und die motorischen Bewegungsabläufe stimuliert. Zudem stärkt das gemeinsame Erleben die Eltern-Kind-Bindung“, sagt die Kursleiterin Marthe Alexandra Lettow. Dabei sei es wichtig, regelmäßig und über einen längeren Zeitraum zum Schwimmen zu gehen. Nur mit ein paar Stunden sei es nicht getan.

„Wenn auch die Teilnahme an Schwimmangeboten im Baby- und Kleinkindalter nicht automatisch dazu führt, dass das Kind später ein guter Schwimmer wird, so kann sie doch auf spielerische Weise schon früh die Angst vor dem kühlen Nass nehmen“, stellt Marthe Alexandra Lettow heraus.

Achim Wiese beobachtet, dass Wasser auf viele Kinder eine geradezu magische Anziehungskraft hat. „Wenn sie im Schwimmbad, am Strand oder am Badesee sind, sollten Eltern ihre Kleinkinder deshalb nie unbeaufsichtigt spielen lassen. Auch Schwimmflügel bieten keinen sicheren Schutz. Schon in sehr flachem Wasser können Kinder ertrinken.“


Infos über Schwimmkurse gibt es bei den örtlichen Schwimm- und Sportvereinen, den Familienbildungsstätten, den Volkshochschulen und den Schwimmhallen. Unter www.dlrg.de finden Sie Kursangebote der DLRG-Ortsgruppen.





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