Hebammen helfen auch bei der Vorsorge

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10. September 2012, 06:27 Uhr

Wenn eine Frau schwanger ist, geht sie für die Schwangerenvorsorge zumeist zum Frauenarzt. Vielen ist dabei gar nicht bewusst, dass auch Hebammen mehr leisten, als Geburtsvorbereitungskurse zu geben und das Kind auf die Welt zu holen: Wenn die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft, kann auch sie die Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Lediglich für den Ultraschall oder bestimmte Spezialuntersuchungen muss man dann einen Frauenarzt aufsuchen. Ob sich (werdende) Mütter vor und nach der Geburt von einer Hebamme betreuen lassen, ist ihnen selbst überlassen.

Angestellte Hebammen

Hier gilt das Prinzip: Wer Dienst hat, hilft bei der Entbindung. Je nachdem, wie lange die Geburt dauert, können bei einem Schichtwechsel auch mehrere Hebammen beteiligt sein. Außerdem kann es sein, dass sie auf der Entbindungsstation mehr als eine Schwangere gleichzeitig betreuen müssen. Angestellte Hebammen können auch Geburtsvorbereitungskurse halten und die Nachsorge übernehmen.

Freie Hebammen

Wer sich seine Hebamme selbst aussuchen möchte, muss sich an eine selbstständige Geburtshelferin wenden. In der Regel begleitet sie die Schwangere auch schon in den Wochen vor der Geburt, sei es durch die Vorsorgeuntersuchungen oder einen Vorbereitungskurs. Allerdings lassen nicht jede Klinik und jedes Geburtshaus solche freien Hebammen zu. Andererseits haben manche Geburtshelferinnen auch Verträge mit bestimmten Kliniken abgeschlossen und dürfen dann auch nur dort entbinden. Zum Ende der Schwangerschaft befinden sich Hebammen in Rufbereitschaft. Dann sind sie zu jeder Tages- und Nachtzeit - auch an Wochenenden und Feiertagen - telefonisch erreichbar. Dafür fällt eine Rufbereitschaftspauschale von ungefähr 200 Euro an. Manche Krankenkassen ersetzen die Kosten dafür.

Eine Garantie, dass die "persönliche" Hebamme bei der Geburt tatsächlich dabei ist, gibt es jedoch nicht. Zum einen könnte die Geburt in ihre Urlaubszeit fallen, zum anderen könnte sie dann auch gerade bei einer anderen Geburt sein. Dann springt entweder eine Vertretung von ihr ein oder die Schwangere muss in der Klinik auf eine angestellte Hebamme zurückgreifen.

Nachsorge

Nach der Entbindung steht der Mutter eine Nachsorge mit einer Hebamme zu. "Bis zum 10. Tag nach der Geburt haben sie Anspruch auf mindestens einen täglichen Besuch durch die Hebamme", heißt es beim Deutschen Hebammen Verband. Danach können Eltern bis zur achten Lebenswoche die Hebamme zusätzlich noch bis zu 16-mal um Rat und Hilfe bitten. Bei Stillproblemen hilft sie auch darüber hinaus.

Kosten

Die Kosten für die Hebamme übernimmt - abgesehen von der Rufbereitschaftspauschale - jede gesetzliche Krankenkasse. Auch bei Privatversicherten sind sie in der Regel erstattungsfähig, sofern keine anderen vertraglichen Vereinbarungen dagegen sprechen.

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