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Hörtest bei Kindern : Gut Hören für gutes Lernen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Experten raten zu regelmäßigen Hörtests auch für Schulkinder und Jugendliche.

svz.de von
erstellt am 09.Jul.2016 | 16:00 Uhr

Spätestens dann, wenn es in den Schulen wieder Zeugnisse gibt, rücken die Lernleistungen des Nachwuchses in vielen Familien in den Mittelpunkt. Nicht immer erfüllt der halbjährliche Leistungsüberblick die Erwartungen.

Mit elterlicher Unterstützung bei den Hausaufgaben oder Nachhilfeunterricht wird dann häufig versucht, gegenzusteuern. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass es Kindern schwerfällt, in der Schule mitzuhalten. Dafür kann es viele Gründe geben. Neben emotionalen und verhaltensbezogenen Entwicklungsstörungen bleibt eine mögliche Ursache jedoch häufig unerkannt: Das Hörvermögen kann gemindert sein. Aufgrund einer möglichen Hörschwäche hat es dann enorme Probleme, dem Unterricht zu folgen. Die Lernleistungen leiden umso mehr, je länger dieser Zustand andauert und nichts unternommen wird.

Bereits im vorschulischen Alter ist gutes Hören Grundvoraussetzung für eine ungehinderte Lernentwicklung. Die Herausbildung der sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten ist von Geburt an eng mit dem gut funktionierenden Hörsinn verbunden. Hört ein Kind nicht gut, bleibt es auf vielen Entwicklungsfeldern hinter den Gleichaltrigen zurück. In der Schule zeigt sich das, wenn es darum geht, die Lehrer gut zu hören und zu verstehen. Ebenso wichtig ist es außerdem, dass sich Kinder im Unterricht an Lernspielen, Fragerunden und Diskussionen beteiligen und mit eigenen Beiträgen zu Wort melden.

Aber gerade in diesen komplexen, vielstimmigen Hörsituationen haben es Kinder mit unerkannter Hörschwäche besonders schwer, am Geschehen teilzunehmen, da sie das Gesagte häufig nur lückenhaft erfassen und verarbeiten können. Häufig ziehen sich die betroffenen Kinder dann zurück. Sie beteiligen sich kaum am Unterricht und können im Klassenverbund zunehmend isoliert werden. Schlechtere Noten sind die Folge.

Vermeiden lassen sich diese Fehlentwicklungen durch rechtzeitige und regelmäßige Hörtests. Während bei den Klein- und Vorschulkindern durch die Regeluntersuchungen (Neugeborenenhörscreening, Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt, schulärztliche Untersuchung) der Hörstatus regelmäßig kontrolliert wird, gerät bei Schulkindern und Jugendlichen die routinemäßige Überprüfung des Hörvermögens schnell aus dem gesundheitlichen Blickfeld, was später auch für viele Erwachsene zutrifft.

Das Gehör kann aber in jedem Alter durch Infektionskrankheiten, übermäßige Schalleinwirkung oder andere Einflüsse geschädigt werden. Gerade die anfangs leichten Beeinträchtigungen bleiben meistens unbemerkt, da sie zunächst kompensiert und durch Gewöhnungseffekte verdeckt werden.

Dennoch wirken sie sich zunehmend negativ auf das Konzentrations- und Auffassungsvermögen aus. Regelmäßige Überprüfungen des Gehörs, die von Hörakustikern kostenlos durchgeführt werden, sollten also grundsätzlich zur persönlichen gesundheitlichen Vorsorge zählen. Wird eine Hörminderung festgestellt, lässt sich diese durch die Anpassung auch spezieller kindgerechter Hörsysteme ausgleichen. Hörgeräte verbessern insbesondere das Sprachverstehen, so dass Lern- und Entwicklungshemmnisse in diesem Zusammenhang erst gar nicht auftreten.

Hörtests auch für Kinder und Jugendliche bieten die Partnerakustiker der Fördergemeinschaft Gutes Hören kostenlos an – Infos unter www.fgh-info.de.

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