Schulanfang : Entspannung macht schlau

Besser lernen durch Ruhephasen: Dadurch kann Wissen im Gehirn verankert und gespeichert werden.
Besser lernen durch Ruhephasen: Dadurch kann Wissen im Gehirn verankert und gespeichert werden.

Wie Kinder und Eltern den Schulalltag locker meistern können.

svz.de von
19. September 2015, 08:00 Uhr

Mit dem Eintritt ins Schulalter beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Viele neue Eindrücke und Erwartungen stürmen auf die Erstklässler ein. Sie müssen sich in ihrer Klasse zurechtfinden, die Lehrer kennenlernen, stillsitzen, zuhören und eine längere Trennung von den Eltern verkraften. Ein stolzes Pensum. Deshalb stecken auch nicht alle Kinder diese Veränderungen einfach so weg. „Es kann sein, dass ein Schulanfänger plötzlich weinerlich, dünnhäutig oder aggressiv wird, abends schlecht einschläft, schlapp und appetitlos ist oder über Bauchschmerzen klagt“, weiß die Entspannungspädagogin für Kinder, Nicole Klein. In solch einer Situation, sei es wichtig, dass Eltern Mut und Gelassenheit ausstrahlen und das Selbstvertrauen ihres Kindes stärken. „Eltern können ihrer Tochter oder ihrem Sohn sagen, dass jetzt eine Menge Neues auf sie zukommt, dass sie aber fest davon überzeugt sind, dass ihr Kind alle Herausforderungen meistern wird“, rät sie.

Ein weiteres Problem sei, dass häufig schon bei Erstklässlern der Terminkalender proppenvoll ist. „Nach der Schule sind die Hausaufgaben dran. Dann stehen Hobbys wie Fußball, Reiten oder das Erlernen eines Instruments auf dem Plan. So kann schnell Freizeitstress entstehen“, gibt sie zu bedenken. Dabei sei gerade das freie Spiel für eine gesunde kindliche Entwicklung unerlässlich. „Auch mal keinen Plan zu haben oder Langeweile zu verspüren, ist für Kinder eine wertvolle Erfahrung, denn dadurch wird bei ihnen die eigene Kreativität geweckt“. Damit die gesunde Balance zwischen Anspannung und Entspannung nicht aus dem Gleichgewicht gerät, sollte man gegensteuern.

Leicht lassen sich kleine Entspannungseinheiten als tägliches Ritual in den Familienalltag integrieren. Sie geben den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Ein Tipp der Expertin: „Einmal am Tag sollte für mindestens zehn Minuten das Familienleben still stehen. Die Kinder können sich mit Lesen oder Malen beschäftigen. Auch die Eltern sollten ihre Tätigkeiten unterbrechen. Kein Telefon, kein TV, keine Störungsquellen. Es darf nicht geredet werden. Jeder hat sich jetzt seine Ruhe verdient.“ Dieses Ritual bietet sich idealerweise nach dem Mittag- oder vor dem Abendessen an.

Ebenso kann die „Eine Minute Übung“ für Entspannung sorgen. „Stellen Sie hierfür die Stoppuhr auf eine Minute ein. In dieser Zeit achtet Ihr Kind einfach nur still auf seinen Atem“.

Weitere Informationen unter www.relaxed-kidz.de

 

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