Interview mit Regisseur Dennis Gansel : Emma und die Haie

Erstmals mit echten Schauspielern statt mit Marionetten der Augsburger Puppenkiste wurde Michael Endes berühmtes Kinderbuch von 1960 verfilmt: Der Junge Jim Knopf (Solomon Gordon) und sein Freund Lukas, der Lokomotivführer (Henning Baum) erleben Abenteuer mit der Lokomotive Emma. dpa
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Erstmals mit echten Schauspielern statt mit Marionetten der Augsburger Puppenkiste wurde Michael Endes berühmtes Kinderbuch von 1960 verfilmt: Der Junge Jim Knopf (Solomon Gordon) und sein Freund Lukas, der Lokomotivführer (Henning Baum) erleben Abenteuer mit der Lokomotive Emma.

Regisseur Dennis Gansel (44) über die erste Realverfilmung eines Kinderbuchklassikers.

svz.de von
31. März 2018, 16:00 Uhr

Herr Gansel, in einem Interview sagten Sie, „Jim Knopf“ sei der Roman Ihrer Kindheit und Sie hätten sich mit der Verfilmung einen Traum erfüllt. Wie hätten Sie den Film als kleiner Junge gefunden?
Ich hätte ihn super gefunden, weil der Film genau die Mischung aus Abenteuer und Fantasiewelten bedient, die mich als kleinen Jungen immer so sehr fasziniert haben. Auch sind meine damaligen Lieblingsfiguren so umgesetzt worden, wie ich sie mir immer gewünscht hätte.

Wie war es, einen Klassiker der Kinderliteratur – und dann auch noch erstmals mit realen Schauspielern – zu verfilmen?
Ich habe auf jeden Fall einen besonderen Druck gespürt, denn ich wollte den eigenen Fan in mir nicht enttäuschen. Zudem ist der Film mit 25 Millionen Euro Produktionskosten, der teuerste deutschsprachige Film und muss deshalb viele Zuschauer in die Kinos locken, um sein Geld wieder einzuspielen. Nach ersten Publikumsvorführungen war ich mir aber sicher, dass dies sehr gut gelingen wird.

Was ist in Ihren Augen das Besondere an dem Film?
Das Besondere ist, dass er wirklich ein Film für die gesamte Familie ist. Er bietet überbordende Fantasiewelten, liebevolle Charaktere und ist sehr nah an der geliebten Vorlage. Einen deutschen Film, wie man ihn so noch nie gesehen hat.

Was hat Ihnen an den Dreharbeiten besonders Spaß gemacht?
Mir haben am meisten die Szenen auf Lummerland (gedreht wurden sie im Filmpark Babelsberg, Anm. d. Red.) und in Südafrika Spaß gemacht. Lummerland als das Traumziel meiner Kindheit und Südafrika als Drehort für die abenteuerlichen Passagen des großen Filmes, für die die fantastische Natur am Kap die perfekte Kulisse war. Das größte Problem war, die schwimmende Emma in der rauen See am Kap der guten Hoffnung nicht kentern zu lassen. Wir filmten sie mit Drohnen und sahen, wie die gute alte Lok von Haien umzirkelt wurde, während die tapferen Stuntmänner mit Schwimmwesten auf der Lok ausharrten; aber Emma hat auch diese Prüfung bravourös gemeistert.

Jedes Kind, das das Buch kennt, geht mit seinen eigenen Vorstellungen in den Film. Was, glauben Sie, macht er mit dieser Fantasie?
Jim und Lukas existieren ja in Millionen Köpfen als konkrete Vorstellung. Ich hoffe sehr, dass unsere Version dieser geliebten Charaktere dieser Vorstellung gerecht wird. Meine zumindest hat es sogar noch übertroffen. Henning Baum und Solomon Gordon bringen mit ihrer perfekten Chemie einen abenteuerlichen Zauber in die Kinos.

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