Die Konkurrenz in Mamas Bauch

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17. September 2012, 03:37 Uhr

Vater, Mutter, Kind - und noch ein Kind: Die Ankunft eines Geschwisterchens erfüllt Erstgeborene oft mit gemischten Gefühlen. Dabei können Eltern viel tun, um die Vorfreude mit ihrem Kind zu teilen. Der Psychologe und Erziehungs-Experte Professor Jörg Maywald aus Berlin gibt folgende Tipps für gemeinsames Babyglück:

- Negative Gefühle zulassen: Desinteresse, Ablehnung oder gar Hassgefühle des Kindes gegenüber dem Baby können vorkommen. Eltern müssen respektieren, dass ihr Kind von der Aussicht auf ein weiteres Kind in der Familie verunsichert ist.

- Kontakt schon vor der Geburt fördern: Lassen Sie ihr Kind daran teilhaben, wie das Baby im Bauch wächst. Die ersten spürbaren Bewegungen sind eine schöne Gelegenheit für das Kind, mit dem Geschwisterchen Kontakt aufzubauen.

- Gemeinsam planen: Wo soll das Babybettchen stehen? Welche Gegenstände braucht das Neugeborene in seinem Zimmer? Bei diesen Vorbereitungen kann sich das Kind einbringen und Fürsorge für das Geschwisterchen entwickeln.

- Rituale schaffen: Das ältere Kind kann eine Geburtskerze gestalten oder Bilder für das Baby malen. So kann es sich kreativ einbringen und sich innerlich auf das Geschwisterkind vorbereiten.

- Zeit reservieren: Schon vor der Geburt nimmt ein Baby viel Zeit in Anspruch. Planen Sie zwischendurch Phasen ein, in denen Sie sich bewusst dem älteren Kind widmen. Auch nach der Geburt sollten sich Vater und Mutter immer wieder um das Erstgeborene kümmern.

- Eigene Sphären schaffen: Eine Still-Box mit attraktivem Spielzeug ermöglicht dem Kind einen Ausflug in seine eigene Welt, wenn die Mutter sich intensiv mit dem Baby beschäftigt, zum Beispiel beim Stillen.
- Regressives Verhalten akzeptieren: Ältere Geschwister wollen manchmal wieder klein sein, die Flasche bekommen, gewickelt werden.

Eltern sollten das nicht problematisieren. Auch dass ein älteres Kind wieder einnässt, kann vorkommen. Hält dies an, sollten Sie professionellen Rat einholen.

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