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Buchillustrator Axel Scheffler : „Der Grüffelo war zu furchterregend“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Kinderbuchillustrator Axel Scheffler über seine bekannteste Schöpfung, Überdruss und seine Heimat Hamburg

Herr Scheffler, Sie sind vor allem als Schöpfer des „Grüffelo“ bekannt. Mögen Sie den überhaupt noch sehen?
Gute Frage! Teils, teils – man kann ihm ja kaum noch entkommen, und sogar bei uns sitzt ein großer Plüsch-Grüffelo herum. Andererseits freue ich mich für ihn, dass er so beliebt ist. Er hat allerdings das Glück, dass er sich in den großen, dunklen Wald zurückziehen kann, wenn ihm alles zu viel wird.

Wie ist es denn, so einen enormen Erfolg zu haben?
Ebenfalls: teils, teils. Es ist schön, etwas kreiert zu haben, was so viele Menschen erfreut. Zum Glück werde ich ja nicht auf der Straße erkannt. Der Erfolg führt aber auch dazu, dass immer mehr Leute etwas von einem wollen, was manchmal zu viel wird. Und ich komme immer weniger zu meiner eigentlichen Tätigkeit, dem Zeichnen.

Es gibt vom Grüffelo Wandtatoos, Malbücher, Tassen, Spiele, Bettzeug... Ist Ihnen das nicht ein bisschen viel?
Eigentlich schon. Es ist viel mehr, als ich erwartet hatte, und ich finde auch nicht alle Produkte so gelungen. Das liegt aber alles in den Händen der Produzenten des Trickfilmes und nicht in meinen.

Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an Ihren Zeichnungen?
Schwierige Frage. Den Betrachtern scheint der Humor zu gefallen, die Liebe zu den Details und die Ausdrucksstärke der Figuren.

Was bringt Ihnen denn besonders Spaß an der Arbeit – und was nicht?
Manchmal versinkt man in seiner Arbeit und vergisst alles andere; das ist nett. Gut ist auch, dass man dabei Radio hören kann. Manchmal hängen mir meine Zeichnungen aber auch total zum Hals heraus, und ich wünschte, ich könnte besser zeichnen. Es gibt, wie bei fast jeder Arbeit, auch Frust und Langeweile.

Sie arbeiten viel mit Julia Donaldson zusammen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?
Julia schreibt die Geschichten immer ganz unabhängig von mir. Meistens kenne ich nicht mal das Thema des nächsten Buches. Wenn ich den Text habe, mache ich Skizzen der Charaktere und der Handlung, eine Art Storyboard. Alle Kommunikation läuft über die Lektorin, die fast alle unserer Bilderbücher gemacht hat. Sie ist so etwas wie die Regisseurin. Außerdem gibt es noch eine Buchgestalterin. Ein Bilderbuch entsteht also eher im Teamwork. Das Ganze dauert dann zwischen sechs Wochen und mehreren Monaten.

Wie war es beim Grüffelo?
Beim Grüffelo hatte ich ziemlich schnell eine Idee, wie er aussehen könnte und habe das in meinen Skizzenblock gezeichnet. Die ersten Versionen waren aber der Lektorin etwas zu furchterregend, so dass ich ihn etwas freundlicher zeichnen musste.

Sie stammen aus Hamburg, leben aber schon lange in London. Was verbindet Sie noch mit ihrem Geburtsort?
Hamburg ist und bleibt meine Heimatstadt, in die ich immer gern zurückkehre; wenn auch in letzter Zeit zu selten. Aber zwei- bis dreimal im Jahr bin ich mindestens dort.

Axel Scheffler (59) ist einer der weltweit erfolgreichsten Kinderbuchillustratoren. Neben dem Grüffelo sind etwa „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“, „Die Schnecke und der Buckelwal“ oder der „Stockmann“ bekannt.

 


 

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