Geldmache mit Baby-Artikeln : Das braucht kein Kind!

 

 

Wasserkühler, parfümierte Windeltüten, Lauflernhilfen: In der Babyindustrie gibt es nichts, das es nicht gibt. Wir stellen die unnützesten Produkte vor.

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23. August 2015, 09:00 Uhr

I-Phone-Greifling
I-Phone in die Rassel legen, Baby-Apps raufladen, fertig ist das Spielzeug? Experten schlagen die Hände über dem Kopf zusammen: Mit Medien sollten Kinder erst ab drei Jahren in Berührung kommen – Handys lehren Babys nichts, sondern überfordern sie.

Lauflernhilfe
Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ und Stiftung Warentest warnen längst: Lauflernhilfen (großes Foto) behindern die motorische Entwicklung und sind gefährlich. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert gar ein Verbot, das in einigen Ländern bereits besteht. Auch von Baby-Hopsern raten Ärzte ab. Übrigens: Es gibt auch Lauflernhilfen mit Geschirr und Auffanggurt, mit dem Eltern ihre Kinder halten können, bevor sie fallen. Autsch.

Tischecken- und Wasserhahn-Schutz
Die Schutzkappen sollen Kinder davor bewahren, sich an Möbelkanten oder am Wasserhahn zu stoßen. Noch besser: Das Kind komplett in eine Schutzkappe stecken.

Elektronische Mobiles und Decken
Urwald- oder Meeresdesign mit tanzenden Tieren und dazu das: Klingelei, Rasselperlen, Musik, Tier- und Naturgeräusche, blinkende Lichter. Hier gilt dasselbe wie für den Handygreifling: Viel zu viele Reize für ein Baby. Dringender Rat: Weg damit.

Feuchttücher-Wärmer
Ja, es gibt sie tatsächlich, eine Box zum Warmhalten von Feuchttüchern. Produktanpreisung: „Waschen Sie Ihr Baby etwa mit kaltem Wasser? Nein, natürlich nicht! Warum ersparen Sie ihm dann nicht auch die unangenehme Schrecksekunde eines kalten Feuchttuchs?“ Eltern, die sich nun sorgen, ihr Kind beim Abwischen zu quälen, sei gesagt: Wer die Feuchttücher vorher nicht ins Gefrierfach legt, kann ganz beruhigt sein.

Fläschchenwasser-Kühler
Kühlt heißes Wasser rasch ab. Man könnte es allerdings auch kurz stehen lassen. Ähnlich unnütz: Der Vaporisator zum Desinfizieren von Babyflaschen. Alternative: Spülmaschine.

Hygienischer Windeleimer
In dem Eimer werden die Windeln in einem Folienschlauch mit Bakterienschutz einzeln versiegelt. Das soll gegen schlechte Gerüche und Keime helfen. In Wirklichkeit hilft es bloß der Baby-Industrie: Die Folien zum Nachfüllen sind teuer und produzieren viel Müll. Ebenso abstrus: Parfümierte Windeltüten. Was hilft: Deckel auf den Eimer und regelmäßig leeren.

Sensormatte mit Bewegungsmelder
Die hochsensiblen Matten unter Babys Matratze überwachen die Bewegungen des Kindes. Ein Babyphone zeigt den Eltern jeden Atemzug an und schlägt Alarm, wenn die Atmung aussetzt – zumindest vermeintlich. Denn natürlich gibt es Fehlalarme, und die Vermutung liegt nahe, dass die Matte mehr Stress schafft als Ängste vor dem plötzlichen Kindstod nimmt. Denn Ängste sind es, die Produkte wie Sensormatten, Luftbefeuchter, Baby-Autositze mit Anschnall-Alarm oder Schlafpositionierer (für die Rückenlage) bedienen.

Fruchtsauger
Babys sollen aus dem Lutschsäckchen Obst nuckeln, ohne dass sie sich verschlucken. Bloß: Kein Kind will das. Und kein Kind braucht das.

Still-Licht
Das flexible Lämpchen kann Mama sich beim nächtlichen Stillen ans Hemd klemmen. Wenn die Nachttischlampe ausfällt? Wenn Baby die Brust nicht findet? Wenn Mama ihr Baby nicht findet? Der Sinn bleibt ein Rätsel.

Esslernbesteck
Wieso sollten Kinder mit krummem Besteck essen lernen, um sich dann wieder umzugewöhnen? Die Antwort ist: Es gibt keine.

Extra fürs Baby
Kühlkissen, Thermometer, Spülmittel, Wattestäbchen, Nagelschere... Alles gibt es extra fürs Baby. Warum? Weils teurer ist.

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