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Eltern und Kind

18. November 2017 | 09:40 Uhr

Erziehung : Castingshows als Schulhofthema

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Eltern sind verunsichert, ob ihre Kinder „DSDS“ oder „Bachelor“ sehen dürfen / Medienratgeber „Schau hin“ gibt Tipps

von
erstellt am 26.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Eintauchen in Gülle, Buhlen um den Bachelor, harsche Kritik der Jury: Sendungen wie „Dschungelcamp“, „Der Bachelor“ oder „DSDS“ bedienen sich drastischer Mittel, um Emotionen bei den Zuschauern zu wecken und gute Quoten zu erzielen. Casting- und Datingshows haben derzeit Hochkonjunktur und sind auch bei vielen Kindern und Jugendlichen beliebt. Das macht sie zum viel diskutierten Thema auf dem Schulhof. Viele Eltern sind unsicher, ob sie ihrem Nachwuchs solche Sendungen erlauben sollen. Die Initiative „Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht“ – ein Medienratgeber für Familien – empfiehlt Eltern, jüngeren Kindern Alternativen anzubieten und mit älteren Kindern gemeinsam eine Folge zu schauen.

„Am besten fragen Eltern erstmal ihr Kind, warum es die Sendung unbedingt sehen möchte. Dann können sie die Hintergründe besser einschätzen und daraus eine begründete Haltung entwickeln“, empfiehlt Kristin Langer, Mediencoach bei „Schau hin“. Fragen könnten zum Beispiel sein: Geht es nur darum, mitreden zu können, um pure Unterhaltung oder darum, sich über andere lustig zu machen?

Gerade Kinder durchschauten nicht immer die dahinter stehende Inszenierung und das damit verbundene klischeehafte Menschen- und Rollenbild, so Langer. Eltern könnten darauf verweisen, wie erniedrigend manche Dschungelprüfung, der Kampf um eine Rose oder die Gunst der Jury sein kann oder wie die Dramaturgie und hämische Kommentare aus dem Off Emotionen auslösen sollen.

Viele Heranwachsende möchten mitreden und diese Sendungen ebenfalls anschauen. Doch seien solche Formate mit Themen aus der Erwachsenenwelt für jüngere Kinder weniger geeignet, sagt Langer. Das zeige schon der späte Sendeplatz. So seien viele Sendungen nach 20 Uhr wie der „Bachelor“ und „DSDS“ für Zuschauer ab zwölf, solche nach 22 Uhr wie das „Dschungelcamp“ für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet. Dabei könnten Eltern gerade jüngere Kinder auf Alternativen im Kinderprogramm hinweisen, die sich an junge Zuschauer richten und in denen Gleichaltrige die Hauptakteure sind. Kindgerechte Sendungen seien beispielsweise „1, 2 oder 3“, „Tigerentenclub“, „Tanzalarm!“ oder „Dein Song“ und „Die Beste Klasse Deutschlands“, die am 9. Februar bzw. im April 2015 wieder im KiKA starten.

Je älter Kinder werden, umso größer kann jedoch der soziale Druck und damit der Wunsch sein, die Sendung sehen zu dürfen. Hält dieser an, ist es nach Meinung von Medienexperten sinnvoll, zumindest einige Folgen zusammen mit dem Kind zu schauen. „Es ist immer wichtig, dass Eltern sich ein eigenes Bild machen. So können sie besser verstehen, was ihr Kind fasziniert und die Sendung gemeinsam diskutieren“, meint Langer.

Dabei könnten Eltern mit ihrem Kind auch die Vermarktung des Formats im Internet besprechen. Dieses Marketing soll die persönliche Bindung der Zuschauer an das Format stärken, indem diese auf der Website weitere Einblicke zu den Kandidaten erhalten sowie in sozialen Netzwerken die einzelnen Personen und die letzten Ereignisse kommentieren können.

Weitere Informationen zum Umgang mit Castingshows und Scripted Reality-Sendungen erhalten Eltern im Internet unter www.schau-hin.info in der Rubrik „TV, Film & Mehr“.


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