Wohnung : Betreutes Wohnen für Senioren

Gesellschaft ja, aber eine Rundum-Betreuung gibt beim Betreuten Wohnen nicht. Die Mieter haben aber in der Regel einen Notfallknopf und einen Ansprechpartner, wenn sie etwas brauchen.
Gesellschaft ja, aber eine Rundum-Betreuung gibt beim Betreuten Wohnen nicht. Die Mieter haben aber in der Regel einen Notfallknopf und einen Ansprechpartner, wenn sie etwas brauchen.

Leben mit Extras: Die Einkäufe nach Hause tragen, das Bad putzen lassen oder einfach nur wissen, dass jemand kommt.

svz.de von
12. Mai 2017, 23:27 Uhr

Barrierefreie Wohnung, Notfallknopf und ein fester Ansprechpartner: Das sind in der Regel die Leistungen beim Betreuten Wohnen. Oft werden auch Freizeitaktivitäten angeboten, es gibt einen Gemeinschaftsraum sowie spezielle Wahlleistungen, etwa eine Einkaufs- oder Haushaltshilfe oder einen Wäscheservice. Manch einer erwartet aber mehr: „Viele stellen sich eine Rundumbetreuung vor“, sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. „Das ist es aber nicht.“

Was Betreutes Wohnen ganz genau ist, ist aber auch nicht klar definiert. „Das ist die Krux: Der Begriff ist nicht geschützt“, sagt die Rechtsanwältin Ulrike Kempchen von der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen.

Meistens umfasst er „Hausnotruf, eine Rezeption, Hausmeisterservice und im Betreuungsvertrag vereinbarte Serviceleistungen“, sagt Kempchen. „Mehr ist Betreutes Wohnen eigentlich nicht.“

Oft zahlt man für eine Art verpflichtendes Basis-Paket: Für gewisse Leistungen wie den Hausnotruf oder Hausmeisterservice fallen Kosten an – unabhängig davon, ob man sie in Anspruch nimmt oder nicht. Meist kann man Wahlleistungen wie den Wäscheservice oder die Einkaufshilfe kostenpflichtig dazubuchen.

Anbieter von Betreutem Wohnen sind zum Beispiel freigemeinnützige Träger aus dem Pflegebereich, aber auch Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft, erklärt Ai-leen Manzel, Referentin Pflege und Altenhilfe beim DRK-Landesverband Berliner Rotes Kreuz. Die Kosten variieren je nach Anbieter, sagt sie. Rechnen muss man mit den Komponenten Miete und Nebenkosten, einer Pauschale für die Grundleistungen, gegebenenfalls Kosten für Wahlleistungen sowie unter Umständen Bearbeitungs- und Aufnahmegebühren. „Die Miete liegt in der Regel etwas über dem lokalen Mietspiegel, da die Wohnungen barrierefrei sind.“ Außerdem müssen ja auch die Gemeinschaftsräume mitfinanziert werden.

Gerade Angebote in Wohnanlagen sind nicht Jedermanns Sache, weiß Sowinski: „Das ist etwas für sehr kommunikative Menschen, die Leute im gleichen Alter kennenlernen wollen.“ Oft helfen die Bewohner sich untereinander. „Manche blühen dabei richtig auf“, sagt Sowinski. „Anderen sind das zu viele alte Leute auf einmal.“

Wer auf der Suche nach einem geeigneten Anbieter ist, schaut sich am besten verschiedene Anlagen an, rät Sowinski. Außerdem gibt es laut Manzel eine Orientierungshilfe: Anbieter, die nach der DIN-Norm 77800 zertifiziert sind, wurden zum Beispiel in Bezug auf das Wohnangebot und die Vertragsgestaltung geprüft. Zudem gibt es eine Checkliste der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen.

Man sollte demnach darauf achten, ob einem die Lage gefällt, ob die Wohnung wirklich barrierefrei ist und ob die Dienstleistungsangebote mit den eigenen Bedürfnissen übereinstimmen.

Autorin: Elena Zelle

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