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In Bewegung kommen : Babys in Bewegung – mit allen Sinnen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit ihren Kleinsten entdecken Eltern den Spaß an der Bewegung neu und sie können viel dafür tun, ihrem Nachwuchs Bindungssicherheit und Stabilität zu geben.

Nein, da ist kein Geschrei und Gekrabbel, kein neugieriger Säuglingsblick und keine vollen Windeln. Es geht ruhig zu beim Kurs „Babys in Bewegung“. Die Teilnehmerinnen sitzen auf bunten Matten und haben Säuglingspuppen vor sich liegen – das ist ungewohnt für die Erzieherinnen, die ansonsten umgeben sind vom prallen, lebendigen Kinder-Leben.

Mitten unter ihnen: Cornelia Lohmann. Seit sie 2010 ihr Buch „Babys in Bewegung – mit allen Sinnen“ veröffentlichte, ist sie nicht nur bei Pädagogen bekannt. Jetzt ist die 53-jährige Bochumerin bis zur dänischen Grenze gereist, um ihr Wissen weiterzugeben. Zwischen bunten Schwimmringe, Wasserbällen und Kissen steht die Frage im Raum, was wir Erwachsenen tun können, um unseren Nachwuchs bestmöglich in seiner Entwicklung zu unterstützen.

Soviel ist klar: Babys sind kleine Entdecker. Jeden Tag aufs Neue brechen sie zu Expeditionen auf, die sie in eine völlig unbekannte, neue Welt führen. Sie sehen, riechen, schmecken, fühlen, hören und haben zumeist offensichtlich viel Spaß an jeder neuen Eroberung.

„Deshalb sollte ihre Umgebung warm sein“, rät Cornelia Lohmann. Das leuchtet ein, denn nackt oder allenfalls mit Windel und Body bekleidet, ist Baby am beweglichsten. Jetzt können die Eltern mit ihrem Nachwuchs selbst den Spaß an der Bewegung wiederentdecken – und nie haben sie einen größeren Einfluss auf ihr Kind, bei dem sich nun Bindungsfähigkeit und sogar schon Lernverhalten ausprägen. Nähe und Kontinuität sind deshalb wichtig, ein „gemeinsames Training“ an einem gemütlichen Nachmittag hilfreich.

Von Bewegungsübungen wie dem „Nasengruße“ oder dem „Babyflieger“ und Massagen profitiert schon ein drei Monate altes Kleinkind – allerdings nicht in jeder Situation und zu jeder Zeit. Es gilt, die Zeichen zu lesen und die Bedürfnisse des kleinen Menschleins kennen zu lernen. Das braucht Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit. Und es braucht Grundkenntnisse: Wie entwickelt sich mein Kind, wie reift, lernt und wächst es? Die Bewegungsentwicklung im ersten Lebensjahr ist dein wichtiges Thema, wenn sich ein Entwicklungs-Meilenstein an den anderen reiht: Bauchlage – Vierfüßlerstand – der erste Schritt.

„Wir können das Kind in jeder dieser Entwicklungs-Phasen unterstützen – wichtig ist, dass unser Angebot zum seinem Bedürfnis passt“. Gelingt dies, „kann man mit Massagen wenig falsch machen“.

Durch Babymassage spürt der Säugling die Liebe und Zuneigung der Eltern hautnah. Die Berührung fördert das Wohlgefühl des Babys, sein Angenommensein und damit seine gesunde Entwicklung. Liebevoll werden im Raum die Säuglingspuppen massiert, mit Techniken der Babymassage nach Leboyer Brustkorb, Arme, Hände, Bauch, Beine, Füße, Rücken und Gesicht behandelt. „Wichtig ist Symmetrie. Wenn zum Beispiel ein Arm drei Mal massiert wird, sollte auch der andere Arm drei Mal massiert werden und auf dem Bauch gilt: die Hand immer im Uhrzeigersinn kreisen lassen.“

Und schließlich wird auch noch gesungen: Lieder, Finger- und Bewegungsspiele haben aus gutem Grund eine lange Tradition. Von Generation zu Generation weitergegeben, verbreiten sie allen Beteiligten wohliges Vergnügen.

Sie können sich doch bestimmt auch noch erinnern an „Dickmadam“, „Das ist der Daumen“ oder „Himpelchen und Pimpelchen“?

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