Alle zehn Minuten Wehen? Dann ab in die Klinik!

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12. September 2012, 04:56 Uhr

Wenn die Wehen einsetzen, fragen sich viele Schwangere: Wann ist der ideale Zeitpunkt, ins Krankenhaus zu fahren? "Wenn die Wehen im Abstand von zehn Minuten kommen, sollten sich die Frauen auf den Weg in die Klinik machen. Auch ein ungewöhnliches Ziehen im Rücken oder in den Leisten deutet darauf hin, dass es losgeht. Wenn die Fruchtblase geplatzt ist, wird es ebenfalls Zeit, loszufahren", sagt Prof. Marek Zygmunt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Greifswald. Gerade beim ersten Kind sei es vernünftiger, lieber einmal zu viel in die Klinik zu kommen und dann eventuell wieder nach Hause geschickt zu werden, als zu spät loszufahren.

Unabhängig vom Geburtstermin sollten Frauen zudem immer dann einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen, wenn sie ungewöhnliche Schmerzen haben oder Blutungen eintreten, empfiehlt der Mediziner.

Lässt sich das Baby viel Zeit, wird nachgeholfen

Wenn der errechnete Geburtstermin um zehn Tage überschritten ist, wird die Geburt eingeleitet. Warum? "Ungefähr 14 Tage nach dem errechneten Termin nimmt die Wahrscheinlichkeit deutlich zu, dass der Mutterkuchen das Ungeborene nicht mehr ausreichend versorgen kann", sagt Prof. Zygmunt. Deshalb müssen Frauen, die den Geburtstermin überschritten haben, auch jeden Tag oder alle zwei Tage zum Frauenarzt. Dieser schaut dann, ob es dem Baby gut geht.

Eine Geburt einzuleiten, bedeutet, die Wehen künstlich auszulösen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel Tabletten oder Infusionen. Diese wirken jedoch nicht sofort. Wenn die Geburt am zehnten Tag eingeleitet wird, kann es durchaus sein, dass das Kind erst am elften oder zwölften auf die Welt kommt. Um also genügend Zeitpuffer bis zum 14. Tag zu haben, wurde als Stichtag der zehnte Tag genommen.

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