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Eltern und Kind

18. November 2017 | 04:07 Uhr

Parasiten : Achtung, Läuse!

vom
Aus der Onlineredaktion

Wie man die Parasiten auf den Kinderköpfen wieder los wird.

„Wir haben Kopfläuse.“ Spricht man diese Worte aus, kratzen sich wie auf Kommando plötzlich alle am Kopf. Dabei sind die Insekten nicht gefährlich, aber sehr unangenehm und hartnäckig: Sie klettern von Kopf zu Kopf und leben vom Blut ihrer menschlichen Wirte. Die Läuse sind gut drei Millimeter groß, ihre Eier – Nissen genannt – weniger als einen Millimeter. Diese sind mit einer Art Superkleber an den Haaren eines Menschenkopfes befestigt. Nur dort finden Nissen und Läuse die notwendigen Lebensbedingungen. In der Regel verlassen sie ihren Wirt nicht freiwillig. Durch Tiere werden sie übrigens nicht übertragen.

Der Juckreiz entsteht, weil die Läuse beim Blutsaugen Speichel in die Kopfhaut absondern. Fangen Kinder sich an zu kratzen, sollten Eltern nachschauen, rät Tanja Brunnert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. „Bei Kindern bis zwölf Jahren übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Läusemittel, danach nicht mehr“, sagt sie.

In ihrer Praxis sieht die Kinderärztin über das gesamte Jahr verteilt immer wieder Kopfläuse und Nissen. „Sind einige Nissen schon mehr als einen Zentimeter von der Kopfhaut mit dem Haar weggewachsen, ist dies ein Anzeichen, dass sich die Läuse schon länger auf dem Kopf des Kindes befinden“, sagt sie.

Ärzte oder Eltern müssen den Befall nicht melden, aber Brunnert rät, dass man die Einrichtung – ob Schule, Kindergarten oder Hort – informiert: „Sonst durchbricht man den Teufelskreis nie.“ Scham über die Läuse sei nicht angebracht: „Das kann jeden treffen und hat mit Hygiene und Reinlichkeit nichts zu tun.“

Wichtig sei, dass Eltern konsequent reagieren: „Sobald bekannt ist, dass im Umfeld des Kindes Kopfläuse aufgetreten sind, sollten die Eltern besonders wachsam sein. Doch gerade bei blondem Haar sind die weißen, kleinen Nissen nicht so einfach zu erkennen,“ sagt Kinderärztin Brunnert.

Sie rät dazu, nicht auf Kopflaus-Produkte aus dem Drogeriemarkt zu vertrauen. „Wir Ärzte verschreiben in der Regel die extra für den Befall zugelassenen Mittel. Die wirken heutzutage sehr gut gegen die Kopfläuse und gut gegen die Nissen. Damit diese aber wirklich keine Gefahr mehr erzeugen, sollte das Mittel nach acht bis neun Tagen noch einmal angewendet werden. Denn dann werden die frisch geschlüpften Larven ebenfalls vernichtet, noch bevor sie selbst geschlechtsreif werden.“

Zwischen den Anwendungen heißt es dann kämmen, kämmen, kämmen – und das am besten mit einem Nissenkamm, der so eng bezinkt ist, dass er die Nissen von den Haaren löst. Das Haar wird mit ihm vom Ansatz Strähne für Strähne bis zu den Haarspitzen durchgekämmt, danach wird der Kamm an Küchenpapier abgestrichen. Bei Befall finden sich darauf Läuse, Larven oder Eier. „Das macht weder Kindern noch Eltern Spaß und ist sehr anstrengend, daher vermute ich, dass eine erfolgreiche Behandlung oftmals auch daran scheitert“, so Brunnert.

Kopfläuse sterben nach etwa fünf Stunden ohne Blutmahlzeit ab. Trotzdem sollte alles gewaschen werden, was mit dem Kopf und den Haaren der Betroffenen in Kontakt gekommen ist, rät Brunnert: „Besonders die Kopfkissen, Mützen, Haarbänder und Jacken können befallen sein. Hängen Letztere beispielsweise eng nebeneinander, kann es schon passieren, dass die Läuse wandern.“ Stofftiere sollten für mehrere Tage in eine luftdichte Plastiktüte gepackt werden. Die komplette Wohnung zu desinfizieren, sei aber nicht nötig.

In Elternkreisen gibt es noch weitere Tipps:  Haarspray halte die Läuse ab, ebenso das Waschen der Haare mit einem Shampoo aus Weidenrinde. Als Prävention könnten diese Mittel vielleicht sinnvoll sein, vermutet Brunnert. „Sind die Läuse aber erst einmal da, hilft das alles nicht.“

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