Kinder mit den Fahrrad transportieren : Ab aufs Rad

Für das Mitnehmen des Nachwuchses im Fahrradsitz gibt es ein paar Regeln: Das Rad selbst sollte stabil genug sein und das Kind nicht zu schwer. Maximal 22 Kilogramm sind zugelassen.
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Für das Mitnehmen des Nachwuchses im Fahrradsitz gibt es ein paar Regeln: Das Rad selbst sollte stabil genug sein und das Kind nicht zu schwer. Maximal 22 Kilogramm sind zugelassen.

Sitz, Anhänger oder gleich ein Lastenfahrrad? Wie man ein Kleinkind am besten auf dem Fahrrad transportiert.

svz.de von
05. März 2016, 16:00 Uhr

Ob ganz klassisch im Kindersitz auf dem Gepäckträger, im Anhänger oder gar auf der Ladefläche des Lastenfahrrads – die Möglichkeiten, Kleinkinder mit dem Fahrrad zu transportieren, sind vielfältig. Doch welche Vor- und Nachteile haben die Modelle?

Anhänger

Der Anhänger landet in Crashtests in puncto Sicherheit auf Platz 1, da Kinder im Falle eines Unfalls nicht tief fallen und im Innenraum sicher aufgehoben sind. Hinzu kommt ein höherer Komfort, denn im Anhänger lassen sich nicht nur bis zu zwei Kinder, sondern auch noch Gepäck transportieren – und das alles wettergeschützt. So kann der Nachwuchs auch gut mal ein Nickerchen machen. Im Gegensatz zum festmontierten Sitz ist die Standsicherheit deutlich größer. Praktisch ist auch, dass man mit dem Anhänger direkt ein alternatives Transportgefährt zum Kinderwagen erwirbt. Bei einer Einkaufstour lässt er sich abkuppeln und als Karre schieben.

Doch Vorsicht: Fahrradanhänger dürfen nicht mit jedem Fahrrad gezogen werden. Es muss dafür vom Hersteller freigegeben sein, erläutert der TÜV Süd. Im Zweifel wissen Fachhändler, welche Fahrradmodelle eine Freigabe haben. Wer nicht darauf achtet, kann nach einem Unfall Probleme mit der Versicherung bekommen. Außerdem können Schadstoffe in Polstern, Sichtfenstern und Schiebegriffen zum Gesundheitsrisiko für die Kleinen werden. Die Zeitschrift Ökotest stellte wiederholt hohe Belastungen bei einigen Modellen fest. Ein Fahrrad-Anhänger-Gespann erreicht ein beträchtliches Gewicht und eine Länge, die sich schwer rangieren lässt. Der Wendekreis ist groß und der Bremsweg verlängert sich. Bedacht werden sollte auch der hohe Preis sowie der große Platzbedarf beim Abstellen – das kann in Städten oft zum Problem werden.

Laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) dürfen nur mindestens 16 Jahre alte Personen Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr mit dem Fahrrad transportieren – und zwar nur in für den Kindertransport vorgesehenen Anhängern (max. zwei Kinder) oder in Kindersitzen. Für mittransportierte Kinder besteht zwar wie für Erwachsene keine Helmpflicht, aber eine dringende Empfehlung, einen Helm zu tragen.

Kindersitz

Der Kindersitz ist vergleichsweise günstig, einfach zu handhaben und eignet sich für kürzere Strecken. Voraussetzung ist, dass das Kind sicher sitzen kann. Der ADAC rät zur Montage hinten über dem Gepäckträger, mit einem speziellen Adapter am Rahmen – nicht unmittelbar mit dem Gepäckträger verschraubt. Dies bietet eine zusätzliche Federung. Tipp: Wenn Sie gleich zwei Halterungen kaufen, können Sie den Kindersitz unproblematisch und schnell auch am Rad Ihres Partners befestigen. Wichtig ist außerdem eine feste Speichenabdeckung. Damit der Kopf eines schlafenden Kindes nicht abknickt, sollte die Rückenlehne hoch und stützend sein. Nachteile des Sitzes: Bei Kurven und Ausweichmanövern gerät man schnell ins Schlingern, außerdem kann man das Rad mit Kind nicht abstellen und kaum Gepäck dabei haben. Und der kleine Passagier ist dem Wetter ausgesetzt.

Lastenfahrrad

Das Lastenfahrrad ist zwar mit 1000 Euro aufwärts eine kostspielige Variante, kann sich aber besonders für Familien lohnen, die das Fahrrad ohnehin für die meisten Wege nutzen und regelmäßig auch Einkäufe damit transportieren. Bis zu 100 Kilogramm hält die Ladefläche aus, von den meisten Herstellern gibt es spezielle Kindersitze zum Draufschnallen. Der Fahrspaß für die Kinder ist garantiert – vor allem, weil sie mit freiem Blick voraus fahren. Selbst schwer beladen sind Lastenräder wendig und sicher, Manko ist allerdings das hohe Eigengewicht, was vor allem in hügeligen Gegenden das Treten extrem anstrengend macht.

Fazit

„Ein klassischer Sieger lässt sich nicht küren – es kommt im Wesentlichen auf die Einsatzbedingungen an“, resümiert der ADAC.

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