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Ratgeber

16. Dezember 2017 | 19:55 Uhr

Eine Sportart auch für alte Hunde

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hoopers-Agility ist gelenkschonend, sorgt aber trotzdem für Auslastung beim Tier

von
erstellt am 17.Jul.2015 | 10:28 Uhr

Tyfoon hechtet knapp zwei Meter hoch über ein Hindernis, sein Frauchen sprintet schon mal zum Slalom, um ihn von dort weiter zu dirigieren. Beim normalen Agility müssen beide Partner ordentlich Gas geben. Hat einer von ihnen Gelenkprobleme, kann das schnell ungesund werden.

So entstand vor einigen Jahren in den USA die Variante Hoopers-Agility. „Ein Unterschied besteht darin, dass der Hundeführer seinen Hund nicht durch den Parcours begleitet“, erklärt Uta Reichenbach vom Deutschen Hundesport Verband (dhv) in Reutlingen. Stattdessen lenkt er das Tier aus der Distanz mit Hör- und Sichtzeichen und seiner Körpersprache.

Ein Hoopers-Parcours ist ähnlich zu dem des normalen Agility aufgebaut. Dabei kann es Tunnel, Slalom, Wände und andere Hindernisse geben. Zusätzlich enthält der Parcours am Boden aufgesetzte Rundbögen, die namensgebenden „Hoops“, die der Hund durchlaufen muss und die das Springen über Hürden ersetzen.

Wie im Agility werden die Parcours ständig verändert. Länge und Schwierigkeitsgrad können ebenfalls variiert werden. „Es wird eine Harmonie zwischen Hund und Mensch angestrebt und ein perfektes Zusammenspiel“, sagt Reichenbach. Beliebt ist Hoopers vor allem für Hunde mit Handicaps, die nicht oder nicht mehr springen dürfen. „Ebenso geht es mit tauben oder sehbehinderten Hunden, da es über Körpersprache funktioniert“, beschreibt Katrin Werdin, Hundesporttrainerin in Espelkamp.

Vom Chihuahua bis zum Irischen Wolfshund, vom Jungtier bis zum Senior könne sich jeder daran versuchen – vorausgesetzt natürlich, die Bewegungen bereiten ihm keine Schmerzen. Doch die körperliche Belastung ist wesentlich geringer als beim bekannten Klassiker. Auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen können Hoopers machen, ohne überfordert zu werden. „Die Kombination aus sehr langsamem Führer und sehr schnellem Hund wirkt sich hier nicht hemmend aus, da sich der Mensch nur sparsam bewegt“, sagt Reichenbach.

In Deutschland wird der Sport auch als NADAC-Agility bezeichnet. Die Abkürzung steht für „North-American-Dog-Agility-Council“, einen Hundesportverein aus den USA, der ein Regelwerk für diese gelenkschonende Variante herausgegeben hat. Hierzulande steckt Hoopers noch in den Kinderschuhen. „Die ersten Hundesportler haben diese Art der Betätigung vor zwei bis drei Jahren entdeckt“, sagt Werdin.

Vergangenen November veröffentlichte Hundesport-trainerin Tanja Bauer das erste deutschsprachige Buch zum Thema. Außerdem bietet sie gemeinsam mit Claudia Himmelsbach Workshops an, vor allem im süddeutschen Raum. Da die Fangemeinde noch klein ist, kann man Hoopers vereinzelt in Hundeschulen oder bei Privatanbietern sowie in manchen Hundesportvereinen betreiben.

Obwohl die Nachfrage groß ist, wird es wohl noch einige Jahre dauern, bis Hoopers flächendeckend angeboten wird. Im Moment ist es laut Reichenbach noch nicht offiziell als Hundesportart bei den Verbänden anerkannt. In den kommenden Jahren rechnet sie aber mit Ausbildungsangeboten in den Vereinen.

Generell ist normales Agility für alle gesunden, ausgewachsenen Hunde möglich. Wichtig ist, das Tier immer gut aufzuwärmen und zu Beginn nur niedrige Sprünge zu machen, erklärt Hundekrankengymnastin Elke Pfeiffer aus München. „Alte Hunde, Hunde mit Problemen am Rücken oder anderen Gelenken sollten jedoch lieber andere Dinge machen“, rät sie. Hier könne Hoopers eine gute Alternative sein. Denn Agility ist eine Triebsportart, die manche Rassen zur Auslastung brauchen.

Fällt bei ihnen die Triebarbeit weg, werden sie unzufrieden. „Hoopers ist wenig belastend für den Körper, aber anstrengend für den Kopf“, erklärt Werdin. Die Triebe werden befriedigt und die Beziehung zwischen Hundeführer und Hund gestärkt.

Tanja Bauer: Hoopers-Agility – Hundesport ganz ohne Springen, Oertel u. Spörer, 120 S.; 14,95 Euro, ISBN: 9783886278626.

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