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Ratgeber

18. Dezember 2017 | 08:01 Uhr

Sparen : Ein Haushaltsbuch lohnt sich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Image ist etwas verstaubt – doch mit der Buchführung lassen sich finanzielle Spielräume entdecken.

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Ein leckerer Kaffee zum Mitnehmen, abends essen gehen und dann noch ins Kino – einzeln betrachtet sind das alles kleine Ausgaben. Doch sie summieren sich auf. Und plötzlich ist das Konto schon weit vor Monatsende leer.

Wer sich fragt, wo eigentlich sein ganzes Geld bleibt, sollte sich einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben verschaffen. Ein Haushaltsbuch kann das – regelmäßig geführt, entlarvt es überflüssige Ausgaben.

Idealerweise geht man dafür alle Kontoauszüge sowie zusätzlich Lastschriftverfahren und Daueraufträge auf Zahlungen durch, erklärt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. Und das möglichst vollständig. Zu den großen Posten gehören Miete, Strom, Telekommunikation und Versicherungen. Einmal zusammengerechnet, lassen sie sich als fester Betrag für alle weiteren Monate verwenden.

Jährliche Bezüge oder Aufwendungen pro Quartal wie für Versicherungen, Steuern oder Abschlagszahlungen sollte man in dem Monat eintragen, in dem sie anfallen, empfiehlt Sylvia Groh von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Oder aber man teilt sie durch zwölf und nimmt den Teilbetrag jeden Monat in die Planung auf.

Dann folgen unregelmäßige Kosten wie für Lebensmittel, Kleidung, Freizeitausgaben. „Ein Aha-Erlebnis gibt es häufig beim Anteil an Ausgaben für Außer-Haus-Verpflegung“, erzählt Groh. Hier ist auch an besondere Posten zu denken, etwa Aufwendungen für den Urlaub, für Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke oder für Möbel und Reparaturen.

„Für manche reicht es, das Haushaltsbuch nur für ein paar Monate zu führen, um die großen Posten zu identifizieren“, sagt Beller. Dann lässt sich vorteilhafter wirtschaften. Wer allerdings wenig Budget hat oder an der Schwelle zur Überschuldung steht, sollte seine Ausgaben langfristig im Blick behalten.

Manche schreckt der Gedanke ab, jeden einzelnen Cent aufzuschreiben. „Das ist nicht nötig, ich arbeite meist mit gerundeten Beträgen“, sagt die Diplom-Haushaltswissenschaftlerin Birgit Bürkin. Wichtig ist nur: Der Überblick muss schriftlich erfolgen. Manchmal fällt es leichter, Belege und Quittungen in einer Box zu sammeln und wöchentlich zu übertragen. Für Kartenzahlungen gilt: „Man sollte mindestens einmal im Monat seine Kontoauszüge kontrollieren“, betont Beller. Der Vorteil: Dann wächst der Berg nicht ins Unermessliche.

Ein Haushaltsbuch ist nur dann richtig aussagekräftig, wenn die Eintragungen konsequent erfolgen und ausgewertet werden. „Da hilft es nicht, nur die Ausgaben einzutragen, für die man beispielsweise einen Beleg hat“, sagt Groh. Denn häufig summieren sich unregelmäßige, kleine Posten zu erstaunlich hohen Beträgen. Groh empfiehlt: „Für die kleinen Besorgungen zwischendurch können Verbraucher sich einen Zettel in den Geldbeutel stecken, auf dem sie sich alles notieren.“ Längst müssen Sparer die Ausgaben nicht mehr mit Zettel und Stift festhalten. Excel-Tabellen, Anwendungen im Online-Banking oder Buchhaltungs-Programme für den PC sind Alternativen. Der große Vorteil: Regelmäßige, feste Posten lassen sich kopieren und leichter für alle Monate übernehmen. „Für viele ist gerade in diesem Bereich auch eine App hilfreich“, findet Groh. Sie ist immer griffbereit, um auch unterwegs alle Ausgaben zu notieren.

Wichtig: Bei der Suche nach einem App-Anbieter sollten Verbraucher darauf achten, wer hinter dem Service steckt und welche Interessen er hat, rät Bürkin. Das gelte insbesondere, wenn diese Programme auch normale Bankgeschäfte ermöglichen, ergänzt Groh. „Wer nicht möchte, dass die Bank zu viele Informationen bekommt, lässt besser die Finger davon.“ Und die Angebote sollten deutsches Datenschutzrecht anwenden.

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